Friedrich Denk

Die Zensur der Nachgeborenen

Zur regimekritischen Literatur im Dritten Reich
Denk Verlag, Weilheim 1996
ISBN 9783980020763
Gebunden, 479 Seiten, 15,29 EUR

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.02.2001

Michael Bauer bespricht anerkennend zwei Publikationen zu deutschen Schriftstellern der Nazizeit.
1. Friedrich Denk: "Die Zensur der Nachgeborenen. Zur regimekritischen Literatur im Dritten Reich".
Dieses bereits 1995 erschienene Buch lobt der Rezensent in einer knappen Betrachtung als "überzeugende" Darlegung der These, dass nicht alle Autoren, die im nationalsozialistischen Deutschland veröffentlichten, Nazis waren. Der Autor nehme Heimatdichter, christliche Schriftsteller und Autoren der "inneren Emigration" in Schutz, ohne ausgewiesene Regimebefürworter "posthum zu entnazifizieren oder zu verharmlosen", lobt der Rezensent. Seine Überlegungen zu einer Schriftstellerin wie Gertrud Fussenegger nähmen sich aus wie ein "pralles Nachschlagwerk" auch über andere Literaten. Außerdem werden hier erstmals, wie der Rezensent besonders lobend hervorhebt, die literarischen Beiträge des "Völkischen Beobachters" "detailliert ausgewertet".
2. Hans Sarkowicz/Alf Mentzer: "Literatur in Nazi-Deutschland".
Dieses Lexikon, das während der Nazizeit in Deutschland gebliebene Autoren aufführt, erhält die volle Zustimmung des Rezensenten. "Spannender" als die Kurzbiografien von "deutschtümelnden Opportunisten" erscheinen ihm dabei die Beiträge zu Autoren wie Huchel, Andersch und Weyrauch, und er lobt diese Artikel als besonders "behutsam" und "gewissenhaft". Er preist das Nachschlagewerk als auch 50 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus noch "lesenswert" und findet nur einen, wiewohl "gravierenden" Mangel: die vom Verlag bestimmte Beschränkung der Autorenzahl und der Länge der einzelnen Artikel auf ein "Minimum".
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