Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.06.2000
"Es gibt also noch Entdeckungen", so beginnt Albert von Schirnding seine relativ kurze aber sehr informative Besprechung dieses Gedichtbandes. Er erzählt vom Leben des Autors, der im Literaturbetrieb vor allem als Leiter des Gustav Kiepenheuer Verlags und Herausgeber zweier wichtiger Literatur-Reihen bekannt ist. Die Qualität seiner Gedichte verdankt sich, so von Schirnding, auch dem umfassenden Wissen über andere "lyrische Zungen", von Lenz über Puschkin zu Zwetajewa und Eich. Und immer wieder gehören zu Menschen "Orte, sie haften ihnen an", auch und gerade wenn sie daraus, wie der Autor selbst (bei Posen geboren ), vertrieben wurden. Eine "Flucht in die ästhetische Höhenlage" ist das Gedichteschreiben bei Berger nicht, zu stark erinnert die Sprache selbst immer wieder an das Schweigen und die "Ohnmacht des lyrischen Sprechens" gegenüber den Schändungen des Jahrhunderts. Diesem Buch wünscht von Schirnding viele Leser.
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