Existiert Betty Bossi? Ist die Geranie eine einheimische Blume? Und stammt Bündner Fleisch wirklich aus Graubünden? Über das Land der Berge, Banken und Schokolade zirkulieren zahlreiche Mythen. Die Appenzeller gelten als lustiges Völklein. Schwingen ist reiner Männersport. Der Landessender steht in Beromünster und jedes Kind weiß, dass Schweizer mehr als eine Sprache sprechen. Nichts davon ist wahr. Wie es sich tatsächlich verhält, lesen Sie in diesem unterhaltsamen Lexikon: In über zweihundert Stichwörtern retouchiert die Journalistin Franziska Schläpfer die Bilder, die sich in den Köpfen eingenistet haben - bei In- wie Ausländern. Sie konfrontiert vermeintliche Selbstverständlichkeiten mit überraschenden Fakten und führt auf einer amüsanten Reise durch das Dickicht helvetischer Missverständnisse.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2004
Den Titel, meint der Rezensent Ernst Horst etwas resigniert, den Titel kann man gleich vergessen: die reine Verkaufsmasche. Was hier vorliegt, sei kein Lexikon, und um Irrtümer gehe es auch eher selten. Das mit der Schweiz treffe den Nagel dagegen auf den Kopf: über die erfahre man in diesem Band viel, und zwar von einer Schweizerin. Nicht nur Neues - dass es etwa Wilhelm Tell in Wirklichkeit gar nicht gegeben hat, das habe man auch vorher schon wissen können. Aber dass im schweizerischen Urnäsch Silvester aus lang anhaltendem Widerstand gegen den Gregorianischen Kalender jedes Jahr am 13. Januar nochmal gefeiert wird, das sei der Welt bisher wohl doch eher unbekannt gewesen. So findet Horst die Mehrzahl der Artikel allemal "verdienstvoll" und beneidet die Schweiz als überaus glückliches - oder jedenfalls selbstzufriedenes - Volk. Keines von neununddreißig anderen Ländern kam den Schweizern in einer Umfrage an Glücksempfinden gleich.
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