Eine Neuausgabe der zwischen 1974 und 77 erstmals erschienenen Trilogie, in der Franz Innerhofer vom Leben als Knecht am Hof des Vaters erzählt, vom Aufbruch in die Welt der Arbeiter und zuletzt in die der Studenten und Germanisten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.02.2003
Karl-Markus Gauß ist recht angetan von diesem Sammelband, in dem alle drei Roman der Vorreiters der Anti-Heimatliteratur, Franz Innerhofer, zusammengefasst sind. Gauß beschäftigt sich in seiner Rezension auch mit der Rezeptionsgeschichte dieser Bücher, die von Begeisterung über seinen ersten Roman von 1974 in herbe Kritik darüber umschlug, dass "dieser literarische Bauernbub nicht bei seinen Leisten geblieben war, ... sondern es wagte, über städtische Dinge oder gar die Intellektuellen zu reflektieren." Der Autor, der vor gut einem Jahr Selbstmord begangen hat, hatte sich seiner Festlegung auf den "bäuerlichen Elendsrealismus" verweigert und ist damit in Literaturkreisen gescheitert. Auch Gauß hält sein Debüt "Schöne Tage" für das "in sich geschlossenste Werk Innerhofers", doch er sieht den Grund für das Scheitern des vielversprechenden Autors, dessen Genre später oft kopiert wurde, auch in der "Gleichgültigkeit, auf die er in der urbanen Welt der 'großen Wörter' stieß". Diese Entwicklung lässt sich nach Gauss Meinung in den drei jetzt neu veröffentlichten Büchern gut nachvollziehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2003
Wie ein wütender Aufschrei war Franz Innerhofers Roman "Schöne Tage" im Jahr 1974 und rüttelte die Österreicher wach, berichtet Anton Thuswaldner. Man habe sich der Wahrheit von Innerhofers drastischer Schilderung einer rechtlosen, ausgebeuteten Jugend auf dem Lande nicht entziehen können. "Schöne Tage" thematisiert das Schicksal des Knaben Holl, der auf den Hof seines natürlichen Vaters verbannt, dort gnadenlos gedemütigt wird und bis zum Umfallen schuften muss. Holl besitzt nicht mal einen Vornamen, bemerkt Thuswaldner. In schneller Folge seien auch die beiden Fortsetzungen der Trilogie erschienen, die Holl auf seinem weiteren Lebensweg in die Arbeits- und Arbeiterwelt begleiten, ihn schließlich sogar in intellektuelle Sphären führen. Dort angekommen, wende sich der Protagonist jeweils enttäuscht und entrüstet von den neuen Milieus ab. Thuswaldner empfindet es als ausgesprochen "desillusionierend", dass Innerhofer nach seinem rebellischen Rundumschlag "in Kleinmütigkeit endet" und sich am Ende wieder seiner Herkunftswelt zuwendet. (Der Autor selbst wohl nicht weniger, er nahm sich vor einem Jahr das Leben.) Dennoch sind diese Romane erstaunlich frisch geblieben, meint Thuswaldner und warnt davor, Innerhofers Literatur eins zu eins zu verstehen. Seine Romane seien hart erarbeitete, kalkulierte Literatur, die einen Authentizitätsbonus nicht nötig hätten.
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