Immer weiter geht die Schere zwischen den Wohlhabenden und den Habenichtsen dieser Erde auseinander. Ausgehend von der internationalen Solidarität angesichts der Tsunami-Katastrophe fordern die Autoren einen Aktionsplan für die Dritte Welt - vergleichbar der Hilfe, die Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Marshallplan zuteil wurde. Diese Forderung sollte nicht nur aus altruistischen Gründen gehört werden, sondern im wohl verstandenen Eigeninteresse; denn den Reichen kann es auf Dauer nur gut gehen, wenn es dem Armen besser geht. Deshalb fordern Alt, Gollmann und Neudeck insbesondere von den europäischen Ländern eine umfassende Reformbegleitung für die Dritte Welt. Dabei geht es nicht nur um Finanztransfers, sondern Hilfe zur Selbsthilfe ist das Maß wirkungsvoller Unterstützung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2006
Nachdenklich zeigt sich Manfred Funke in seiner Besprechung dieses Buchs, in dem Franz Alt, Rosi Gollmann und Rupert Neudeck einen Marshallplan für die Erde zur Verbesserung des Lebens aller Menschen vorstellen. Er würdigt das humanitäre und entwicklungspolitische Engagement der Autoren und hebt hervor, dass es ihnen in vorliegendem Buch nicht um "Elend-Reports aus dem moral office humanitärer Symbolik" geht. Sie belegten vielmehr, "dass es Kontinente der Armen, aber keine armen Kontinente gibt und folglich die Wohlhabenden aus Eigeninteresse einen Strategiewechsel vornehmen sollten". Prinzipiell begrüßt er die Initiative der Autoren zu einem Weltmarshallplan. Etwas skeptisch ist er aber doch. So scheinen ihm die Autoren zu übersehen, dass der Erfolg des Marshallplans in Deutschland und Westeuropa auch damit zu tun hatte, dass es damals nicht um Aufbau, sondern um Wiederaufbau ging.
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