Herausgegeben von Reinhard Ibler und Ivo Pospisil. Aus dem Tschechischen übertragen von Kristina Kallert. Diese Publikation beruht auf einem Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Slawische Philologie der Philipps-Universität Marburg und dem Ustav slavistiky der Masaryk-Universität Brno (Brünn). Wichtigstes Ziel dieser ersten deutschen Übersetzung von Frank Wollmans "Slovesnost Slovanu" (1928) ist es, eines der bedeutendsten im 20. Jahrhundert entstandenen Werke zur vergleichenden Geschichte der slawischen Literaturen einem breiteren Kreis von Slawisten sowie komparatistisch und literaturwissenschaftlich Interessierten zugänglich zu machen. Um den Kontext der Zeit, in der Wollmans Buch entstanden ist und Verbreitung fand, rekonstruieren zu helfen, wurden in den Band auch einige zusätzliche Fachbeiträge aufgenommen, die dem heutigen Leser wichtige Hintergrundinformationen zu "Slovesnost Slovanu" liefern, auf die Besonderheiten und Eigenarten des Buchs aufmerksam machen und nicht zuletzt Möglichkeiten der Aktualisierung des behandelten Gegenstands erörtern.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.05.2004
Völlig unverständlich ist dem mit "Id." zeichnenden Rezensent, warum man Frank Wollmans komparatistische Einführung in "Die Literatur der Slawen", die erstmals 1928 in Prag erschienen ist und jetzt in deutscher Übersetzung vorliegt, überhaupt aus der Versenkung geholt hat. Der Band nämlich, der die Literatur der slawischen Völker, der Russen, Slowenen, Polen, Kroaten, Tschechen und Ukrainer von den "mythischen" Anfängen bis zur "klassischen" Moderne auf knapp 300 Seiten zu einer Literatur der Slawen zu synthetisieren sucht, hat den Rezensent in keiner Weise überzeugt. So wertet er das Werk als eine "methodologisch inkohärente", "größtenteils aus nationalen Literaturgeschichten des 19. Jahrhunderts kompilierte", "chronologisch-additive Aufreihung" von Autorennamen und Buchtiteln, die selten über bloßes name dropping hinausgehe. Wo das doch einmal der Fall sei, verfalle der Autor "in pauschale Charakterisierungen" und neige zu "emotionalen Werturteilen". Fazit des Rezensenten: ein "in jeder Beziehung überholtes, in manchem Detail fehlerhaftes Werk."
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