Francine Prose

Durchtrieben

Roman
Cover: Durchtrieben
Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2001
ISBN 9783312002795
Gebunden, 416 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Karin Kersten. Als Ted Swenson der talentierten Schülerin Angela Argo seine Hilfe beim Schreiben anbietet, begeht er einen verhängnisvollen Fehler ...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.10.2001

Wenn's gut läuft, erklärt uns die Rezensentin die theoretischen Vorzüge des Genres "Campusroman", werden im Mikrokosmos einer Uni repräsentativ Menschen und Dinge sichtbar, "die auch die Welt außerhalb des Elfenbeinturms bewegen." In der Praxis sieht das leider oft anders aus. So auch in diesem Buch, wie Pia Horlacher uns auseinandersetzt, die sich mit seiner bloßen Unterhaltsamkeit einfach nicht zufrieden geben will. Allzu deutlich schimmert ihr das Schnittmuster durch, nach dem die Autorin zu Werke gegangen ist, das "Themenreißbrett". Handwerkliche Sauberkeit, gut kalkulierte Spannungsbögen, dazu "rascher Witz" und "farbige Situationskomik" - dagegen, meint Horlacher, ist ja nichts einzuwenden. Wenn der "Mangel an Kreativität, an Eigenheit, an Notwendigkeit" nur nicht stets spürbar bliebe.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.08.2001

Das satirische Talent der New Yorker Schriftstellerin und Literaturkritikerin Francine Prose sucht hierzulande seinesgleichen, davon ist Michael Naumann überzeugt. Voller Biss, spannend und unterhaltsam schildere sie den Fall des Creative-Writing-Lehrers und College-Dozenten Ted Swenson, der sich auf eine Affäre mit einer Schülerin einlässt und für diesen Fehltritt seine Frau, seinen Ruf und letztlich sein Leben verliert, berichtet der Rezensent. In den USA avancierte das Buch zum Kandidaten des National Book Award - zu Recht, meint Naumann, der die Geschichte von der Verlogenheit einer "moralisch rechteckig" eingerichteten Welt wie eine höchst geistreiche Reportage verschlungen hat.
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