Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.11.2000
Nachdem der Autor seine Geschichte als Kind süditalienischer Einwanderer in einer Trilogie verarbeitet habe, so glaubt Samuel Moser, ist ihm das Thema abhanden gekommen. Moser konstatiert eine Schaffenskrise. Wenn ein Autor eine solche thematisiere, geht das für ihn in Ordnung. Das Problem sieht er darin, dass es Micieli in seinem neuen Buch nicht gelungen ist, dafür auch "eine neue Sprache zu finden". Ein literarisches Durcheinander als Ausdruck einer Existenzkrise reicht dem Rezensenten nicht, das Motiv Zerspiegelung kommt ihm "zu wehleidig" daher, die Dreiecksgeschichte sei nicht durchkonstruiert, die Frauengestalt unglaubwürdig, die "Verortung der Schreibkrise in helvetischer Banalität" wirke schlicht - banal. Gut, sagt Moser, dass von der alten Thematik Micielis immer noch aussagekräftige Bilder übrig geblieben sind, die uns - nicht ihn - über den Rest hinwegtrösten können.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…