Das Erwachen der Erde
Wie das Leben unseren Planeten formt

Antje Kunstmann Verlag, München 2025
ISBN
9783956146275
Gebunden, 320 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Sebastian Vogel. Eine der ältesten Überzeugungen der Menschheit ist, dass unsere Welt lebendig ist. Das Konzept der Erde als vernetztes lebendes System wurde über Jahrzehnte hinweg von vielen Wissenschaftlern verachtet, jetzt ist es dabei, sich durchzusetzen. Wir und unsere Umwelt haben sich über Milliarden von Jahren gemeinsam entwickelt und einen Klumpen Gestein im All in eine kosmische Oase verwandelt - einen Planeten, der atmet, Stoffwechsel betreibt und sein Klima reguliert. Ferris Jabr zeigt, wie Wälder Wasser, Pollen und Bakterien ausspucken, um Regen herbeizurufen; riesige Tiere die Landschaften, die sie durchstreifen, selbst gestalten; Mikroben Felsen zerkauen, um Kontinente zu formen; und mikroskopisch kleines Plankton die Luft und das Meer verändert. Auch wir Menschen beeinflussen die Gestaltung der Erde und haben sie in eine tiefe Krise gestürzt. Aber wir sind auch in der Lage, die wundersame Ökologie und die selbststabilisierenden Prozesse des Planeten zu verstehen und zu schützen - und so darüber zu entscheiden, welche Erde wir unseren Nachkommen vererben werden
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.05.2025
Sylvia Staude liest Ferris Jabrs Buch mit Staunen und Schrecken. Wie das Leben auf der Erde enstanden ist, schildert ihr der Autor mit viel Sinn für Zusammenhänge zwischen Flora und Fauna, Gesteinen und Elementen. Eine Achterbahnfahrt ist die Lektüre für sie, weil Jabr immer wieder auch die Gefährdungen der auf unserem Planeten wirksamen Gleichgewichte anspricht und vor dem CO2-Ausstoß warnt. Quellengestützt geht es weiter zur Gaia-These, zu Steppen, Mammuten und Millionen Jahre alten Ablagerungen. Fasziniert ist Staude von Jabrs Blick ins Allerkleinste, auf Mikroorganismen und ihre Funktionen. Das Buch ist für sie auch eine wirksame Mahnung, all das zu erhalten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 28.04.2025
Viel Lesenswertes über über die Zusammenhänge, die das Leben auf der Erde prägen, findet Rezensent Caspar Dohmen in diesem Buch. Geschrieben hat es der Wissenschaftsjournalist Ferris Jabr, der hier Phänomene beschreibt, die zeigen, wie Lebewesen und unbelebte Materie interagieren und dadurch Ökosysteme entstehen. Dohmen geht auf einige der Beispiele ein, die in Jabrs Buch auftauchen, so etwa auf die Rolle von Mikroorganismen, die im Buch ohnehin viel thematisiert werden, bei der Entstehung von Wolken oder auch darauf, wie Mammuts dabei mithalfen, das Klima stabil zu halten. Anschaulich zeigt Jabr derartige Zusammenhänge auf, lesen wir, und geht auch auf die oft zerstörerischen Aktivitäten der Menschen ein. Das politische Fazit des Buches lautet Dohmen zufolge: Die Erde wird den Menschen überleben, nicht zuletzt Dank der Mikroorganismen, aber die Menschheit ist gerade dabei, eine besonders reichhaltige Version der Erde zu vernichten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.04.2025
Rezensent Michael Lange kann nur staunen über die Zusammenhänge zwischen Biologie und Geologie, wie sie der Wissenschaftsjournalist Ferris Jabr in seinem Buch sehr lebendig beschreibt. Auf Reisen entdeckt der Autor laut Lange verborgene Biotope, in 1400 Metern Tiefe genauso wie im heimischen Steingarten. Wie durch Lebewesen Lebensräume entstehen, exemplifiziert Jabr laut Lange auch anhand der sibirischen Mammutsteppe. Das Buch findet der Rezensent leicht lesbar. Stilistisch nah am Nature Writing, aber eben auch gut aufgeklärter sachlicher Wissenschaftsjournalismus, so Lange.