Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg. Haben die Zehn Gebote trotz der radikalen Veränderungen des Lebens und der Gewohnheiten in der westlichen Gesellschaft noch einen moralischen Wert? Jedem Gebot wird ein Kapitel gewidmet, das der Autor jeweils mit einer humorvollen direkten Anrede an Gott beginnt. Er fragt nach der Bedeutung der christlichen Feiertage angesichts der großen Arbeitslosigkeit, denkt mit feiner Ironie über das Töten und den Irakkrieg, über den einzigen Gott und über das Verbot nach, die Frau des Nächsten zu begehren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.07.2006
Der spanische Philosoph Fernando Savater zeigt sich von der Wichtigkeit der zehn Gebote zur Erlangung von "Lebensfreude" überzeugt und betont dabei dennoch seine eigene Ungläubigkeit, konstatiert Eberhard Straub. Tatsächlich kümmere sich Savater in seinem Buch überhaupt nicht um die Frage nach der Existenz Gottes, sondern untersuche die Grundbedingungen des von Leidenschaften und Begierden getriebenen Menschen, der zur Orientierung und für sein eigenes Lebensglück einer Gesetzgebung wie der zehn Gebote bedarf. Dem kann der Rezensent nur zustimmen. Insbesondere die Erfahrungen des barbarischen 20. Jahrhunderts sind für Savater ein Grund, sich mit den zehn Geboten auseinanderzusetzen, glaubt Straub, dem die Haltung des Autors zugleich "anarchisch" und "katholisch" vorkommt.
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