Der Band analysiert die Europapolitik Hans-Dietrich Genschers auf der Grundlage intensiver Archivrecherche. Dabei werden weitreichende, neue Erkenntnisse über Genschers Außenpolitik präsentiert, der, so die These des Buches, eine eigene liberal-föderale Konzeption für eine Friedensordnung in Europa besaß. Von der Stuttgarter Erklärung über die Einheitliche Europäische Akte bis zum Maastrichter Vertrag werden die zentralen politischen Entscheidungen auf dem Weg zur Gründung der Europäischen Union nachgezeichnet. Zudem wird die deutsche Europapolitik untersucht, wobei die Zusammenarbeit zwischen Kohl und Genscher sowie die Stellung des Auswärtigen Amtes im komplexen Geflecht der deutschen Institutionen im Mittelpunkt stehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2026
Eine Neubewertung des Wirkens Hans-Dietrich Genschers im europäischen Einigungsprozess leistet diese Studie laut Rezensent Wilfried Loth. Denn Autor Felix Diekmann zeigt ihm nach Auswertung neu erschlossener Quellen auf, dass Genscher europapolitisch keineswegs bloß pragmatisch, sondern visionär unterwegs war, sein Ziel sei stets ein stärkeres europäisches Parlament und letztlich eine europäische Regierung gewesen. Genscher musste sich dabei, auch das mache das besprochene Buch klar, immer wieder gegen andere deutsche Regierungspolitiker durchsetzen, zuerst, in der sozialliberalen Koalition, gegen wenig Europa-enthusiastische SPD-Leute, später auch gegen Helmut Kohl, der zwar europapolitisch ähnlich tickte wie Genscher, aber oft aus Rücksicht gegenüber Verbündeten Genscher zu bremsen versuchte, lernt der Rezensent. Insgesamt ist nach der Lektüre dieses Buches für Loth klar: Genscher war ein größerer Europäer als wir bisher dachten.
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