Aus dem osmanischen Türkisch von Klaus Kreisler. Vierzig Jahre im Sattel, kreuz und quer durch das Osmanische Reich und darüber hinaus, von Wien bis Mekka, vom Kaukasus bis an den Nil: Der gebildete Istanbuler Evliya Çelebi (1611 - ca. 1684) war wahrhaft reisesüchtig. Klaus Kreiser bietet mit seiner Übersetzung erstmals eine umfassende Auswahl aus dem "Reisebuch", das bis heute durch seine teils realistischen, teils abenteuerlichen und drastischen Beschreibungen von Städten, Festungen, Menschen, Sitten und Merkwürdigkeiten zu fesseln vermag. Der gebildete Istanbuler hat mit unstillbarer Neugierde die meisten Provinzen und Hunderte von Städten des Osmanischen Reichs und seiner Nachbarn besucht und ebenso akribisch wie unterhaltsam beschrieben. Aus Mekka und Medina kehrte er als Hadschi zurück. Als Muezzin stand er im Kampf gegen die Venezianer auf den Mauern von Kreta. In derselben Funktion nahm er 1664 an der osmanischen Gesandtschaft nach Wien teil und lieferte ein hinreißendes, stellenweise satirisches Panorama der Stadt und ihres Kaisers. Seine Beschreibung Ägyptens kann es mit Napoleons "Description de l'Égypte" aufnehmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.06.2023
Laut Rezensent Rainer Hermann gebührt Evliya Celebis Reisenotizen das Siegel des Weltdokumentenerbes. Die von Klaus Kreiser besorgte Auswahl gibt dem Leser laut Hermann einen guten Eindruck von der Vielfalt der ursprünglich zehnbändigen Ausgabe und besticht durch informative Erläuterungen und Zusammenfassungen. Sichtbar werden nicht nur der subjektive, direkte Zugang des Autors zu Menschen und Bauwerken, Kulturen und Alltagsphänomenen, sondern auch Celebis Humor und Fantasie. Von Bursa über Piräus bis Mekka und Wien führt dieser gewaltige Reiseführer aus dem 17. Jahrhundert, staunt Hermann.
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