Eigentlich lieben Alma und Théo einander. Ihre erste Begegnung fühlte sich an wie der Anfang von etwas Großem, die Zeit danach wie ein Versprechen. Und doch stehen sie jetzt zwischen zwei Wahrheiten: Sie lieben sich, und dennoch liegt ihre Beziehung in Trümmern. Wie erkennt man, ob man gemeinsam glücklich sein kann - oder glücklicher allein wäre? Auf der Suche nach Antworten verbringen die beiden noch einen Sommer in dem Haus von Almas Eltern in Frankreich und schwören, es erst zu verlassen, wenn sie Gewissheit haben: festhalten oder loslassen. Eva Pramschüfer erzählt von der ersten großen Liebe, von der Kunst, von dem, was uns als Menschen trennt und verbindet.
Rezensent Stefan Mesch liest mit Eva Pramschüfers Debüt einen Roman, der "gutmütig und geduldig" eine nicht besonders aufregende Geschichte in einer Sprache erzählt, die auf atmosphärische Wirkung aus ist und an sich wenig sagt. Es geht um Alma, Journalismus-Studentin mit reichen Eltern und Künstlerin, deren Großvater gerade gestorben ist und dessen Haus in Südfrankreich nun ihr Atelier ist, verrät Mesch. Sie ist mit Théo zusammen, dessen Ambitionen mit ihren nicht Schritt halten können, und das ist auch ihre einzige Sorge im Leben, weil alles andere perfekt läuft, wie Mesch leicht genervt feststellt. Die Sätze sind darauf aus, tiefsinnig zu klingen, was für ihn aber auch nicht gelingt - neben der Künstlerin Alma, die ihre Karriere anfeuern will, darf ihm zufolge auch die Autorin gerne etwas mehr Gas geben.
Rezensentin Meike Feßmann fühlt sich gar nicht wohl in Eva Pramschüfers Debütroman. Der erzählt eine Liebesgeschichte, die laut Selbstauskunft der Autorin anders sein soll als alle anderen. Aber was genau das Problem der Beziehung ist, die die Deutsche Alma und der Franzose Théo führen, wird der Rezensentin nicht recht klar. Alma liebt Théo, aber gleichzeitig will sie, die in ihren Zwanzigern ist, ihre Freiheit genießen - darum scheint es zu gehen, die Handlung selbst spielt in Südfrankreich, wo die beiden einige Ferientage verbringen. Diesen Schauplatz, spekuliert Feßmann, hat Pramschüfer nur gewählt, weil er mondän wirkt und an französische Filme erinnert. Was für die Rezensentin nichts daran ändert, dass die Figuren im Buch nur scheinbar originellen Unsinn daher denken. Auch ungelenk großspurige Metaphern gehören laut Feßmann zum Inventar des Romans. Viel Kunstwillen, wenig ästhetisch Durchdachtes: So lautet das ziemlich vernichtende Fazit dieser Besprechung.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…