Ernst-Peter Wieckenberg (Hg.)

Ali Baba und vierzig Räuber

Erzählungen aus Tausend und eine Nacht
Cover: Ali Baba und vierzig Räuber
C. H. Beck Verlag, München 2011
ISBN 9783406616082
Gebunden, 391 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Ernst-Peter Wieckenberg. Nach der französischen Ausgabe von Antoine Galland, ins Deutsche übertragen von Johann Heinrich Voß. Eine der frühesten deutschen Übersetzungen von "Tausendundeine Nacht" ist zugleich eine der schönsten: Johann Heinrich Voß, der bis heute unübertroffene Homer-Übersetzer, hat im 18. Jahrhundert auch die orientalischen Geschichten übertragen. Seine lange zu Unrecht vergessene Übersetzung ist mit dieser Ausgabe neu zu entdecken. Es gibt heute philologisch anspruchsvolle, auf das Arabische zurückgehende Ausgaben von "Tausendundeine Nacht", und dennoch lohnt es sich, die Fassung von Johann Heinrich Voß zu lesen. Seine Übersetzung dieser Geistermärchen, Liebesgeschichten, Abenteuerberichte und schwankhaften Dichtungen zeugt von einer unbändigen Lust am Erzählen. Voß übersetzte die französische Fassung, die Antoine Galland Anfang des 18. Jahrhunderts vorgelegt hatte, und veröffentlichte seine Ausgabe von 1782 bis 1785 in sechs Bänden. Wer sie las, war bezaubert - seinem Verleger gelang es allerdings nicht, ihr eine weite Verbreitung zu sichern. Hier erscheint erstmals nach mehr als zwei Jahrhunderten eine Auswahl aus diesem Werk.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.12.2011

Freudig überrascht sieht sich Hans-Heribert Räkel durch diese Auswahl der doch immerhin schon seit 200 Jahren existierenden Übersetzung von "Tausend und eine Nacht" durch Johann Heinrich Voss. Der vor allem als Homer-Übersetzer gewürdigte Voss hat seine Ausgabe von 1781 nach der französischen Fassung von Antoine Galland übersetzt, erfahren wir. Der begeisterte Rezensent schwelgt in der Sprache, lässt sich rühren, fesseln und belustigen und ist vor allem erstaunt, wie aktuell diese Geschichten klingen. Die Auswahl von sechs Geschichten, die der Herausgeber Ernst-Peter Wieckenberg mit einem informativen Nachwort versehen hat, wie Räkel nicht vergisst zu loben, macht Lust auf mehr, so der Rezensent enthusiastisch. Und so gibt Räkel am Ende "Bewunderung und Dankbarkeit" für die Verdienste kund, die sich Voss und andere seiner Zeit für die deutsche Sprache errungen haben.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2011

Orientalisch - von wegen? Christian H. Meier verweist auf den in der Forschung kursierenden Verdacht, einige der schönsten Geschichten aus 1001 Nacht seien von einem etwas prüden höfisch geprägten Franzosen namens Antoine Galland flugs hinzugedichtet worden. Die nun vorliegende deutsche Auswahl der Ende des 18. Jahrhunderts vorgenommenen Übertragungen von Johann Heinrich Voss taugt dem Rezensenten darum vor allem als Vergleichsmaterial. Neben die kenntnisreiche Neuübersetzung Claudia Otts gehalten, offenbart sie dem Rezensenten, was Unkenntnis der Originalsprache und enge Moralvorstellungen einem Text antun können. Von den sexuellen und psychologischen Konstellationen "gereinigt" bereiten die "europäisierten" Texte dem Rezensenten immerhin ein west-östliches Lektürevergnügen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2011

Aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus kommt Michael Maar in seiner Besprechung dieses auf rund ein Sechstel gekürzten Auswahlbands aus des berühmten Homer-Übersetzers Johann Peter Voß nie sehr berühmt gewordener Übertragung der Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Alles daran kann den Rezensenten nur entzücken. In erster Linie schon einmal diese Geschichten selbst, wie sie der Franzose Antoine Galland im 17. Jahrhunderte teils sammelte, teils um-, teils ganz selbst erfand. Kein Vergleich, begeistert sich Maar, mit den im Detail doch oft groben abendländischen Märchen, wie sie die Brüder Grimm exemplarisch sammelten. Selbst von der wunderbaren Erfindung des Cliffhangers durch die am Leben hängende Scheherezade abgesehen, sei das alles im Vergleich viel feiner und literarischer gearbeitet, wie der Rezensent an Beispielen vorführt. Und dann erst die Übersetzung durch Voß: Satz für Satz ein Geschenk an die deutsche Sprache mit Wendungen, die Maar auf der Zunge zergehen: "Herrliches, herrliches Deutsch!"
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