Warum ist der Himmel blau? Warum reagieren wir auf rote Farbflächen stärker als auf blaue? Warum hat die Post in Deutschland lange Gelb zu ihrer Farbe gemacht? Scheinbar banale, aber ebenso nahe liegende Fragen, die allerdings auf komplexe naturwissenschaftliche Zusammenhänge verweisen. Diese für ein großes heute an Farbwirkungen interessiertes Publikum zu beantworten, haben sich Klaus Stromer und sein Koautor Ernst Peter Fischer zur Aufgabe gemacht. Sie behandeln die optischen, biologischen, physiologischen und sprachsoziologischen Voraussetzungen für Farbwirkungen und die Kommunikation über Farbe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2006
Nicht immer leicht zu lesen bei den physikalischen Fakten, aber stets anekdotenreich bei den kulturgeschichtlichen "Exkursionen" ist diese Geschichte der Farben für Rezensent Eberhard Rathgeb. So habe ein gewisser Cennino Cenini empfohlen, junge Gesichter mit dem Eigelb von Stadthühnern, hingegen alte Gesichter mit dem von Landhühnern zu malen. Kein geringerer als Michelangelo habe sich beispielsweise an Ceninis Hinweise gehalten. Zu jener Zeit sei die Farbe Ultramarin, referiert der Rezensent weiter, so teuer gewesen wie Gold, und Michelangelo habe deswegen seine Arbeit an der "Grablegung" sogar einmal unterbrechen müssen und habe den "David" in Florenz begonnen. Insgesamt ein "lehrreiches" Buch, wie der Rezensent urteilt.
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