Elzie Crisler Segar

Popeye

Cover: Popeye
Marebuchverlag, Hamburg 2006
ISBN 9783936384314
Gebunden, 446 Seiten, 29,80 EUR

Klappentext

Unter Mitarbeit von Björn Liebchen. Am 17. Januar 1929 sucht Kastor im Hafenviertel nach einer Besatzung für sein Boot. An der Pier trifft er auf einen salzwassergegerbten Mann im Matrosenanzug mit aufgepumpten Unterarmen, auf denen tätowierte Anker prangen. Kastor entblödet sich nicht, den grantig dreinblickenden Matrosen zu fragen: "Sind Sie Seemann?" worauf der zurückblafft: "Seh ich vielleicht aus wie 'n Cowboy?" Mit dieser Szene aus E.C.Segars "Fingerhutbühne" schlug die Geburtsstunde von Popeye, dem sturen Seemann, der pro Atemzug mindestens zwei Flüche ausstößt und das, ohne die Pfeife aus dem Mund zu nehmen. Weiteres Markenzeichen: wüste Keilereien gern auch mal mit seiner Angebeteten Olivia Öl oder Poopdeck Pappy, der trotz seiner 99 Jahre noch ordentlich austeilt. Außerdem mit von der Partie: das giftige Seeweib; Alice die Wumme; der verfressene Wimpy; SweePea, das jähzornige Ziehsöhnchen; Eugen der Jeep und natürlich Bernice, das unumbringbare afrikanische Flucht- und Giggelhuhn. Im Laufe seiner Karriere wurde Popeye immer mehr zu einem eindimensionalen Grobian. Der ursprüngliche Popeye hat damit nichts gemein. In der vorliegenden Ausgabe sind auf fast 500 Seiten die großen Seeabenteuer des liebenswerten Originals versammelt: in einer Übersetzung, die dem grantigen Seebären erstmals eine eigene Sprache verleiht: "Lot mi an Land, ich pesorch mir wohl pesser 'n Schiff."

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.08.2006

Die Zeichnungen des Popeye-Erfinders E. C. Segar bringen den Rezensenten Martin Zeyn ins Schwärmen. Das liegt sowohl am neuartigen Witz, mit dem Segar durch seinen Anti-Held das Genre bereicherte und der in den ersten Jahren für Aufregung beim Publikum sorgte, als auch an Segars Zeichenkunst. Sein Humor zeichnet sich sowohl durch eine "rüde Jahrmarktskomik" als auch durch seine "Nähe zum absurden Theater" aus. Die Zeichenstil ist nach Meinung des Rezensenten nach einigen Anlaufschwierigkeiten für damalige Zeiten ungewöhnlich dynamisch, sogar das Erbe Marcel Duchamps erkennt Zeyn darin. Keiner von Segars Nachfolgern reichte an seinen Stil heran, schwört Segar.
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