Elisabeth Förster-Nietzsche, Oscar Levy

Briefwechsel 1904-1937

Cover: Briefwechsel 1904-1937
Schwabe Verlag, Basel 2025
ISBN 9783757401603
Gebunden, 288 Seiten, 56,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Steffen Dietzsch und Gert Theile. Der Briefwechsel zwischen Oscar Levy, dem Herausgeber der bislang größten englischen Nietzsche-Ausgabe, und Elisabeth Förster-Nietzsche bzw. dem Weimarer Nietzsche-Archiv dokumentiert die schwierige Zusammenarbeit sowie die wechselvollen Umstände von 1904 bis 1937. Dabei wird deutlich, wie eine freiheitliche, europäische und antinationalistische Nietzsche-Rezeption in strikter Distanz zur "Deutschsprechung" Nietzsches durch das Weimarer Archiv entstand.Der Band versammelt beinahe zweihundert Textstücke, Briefe und Dokumente, darunter auch Briefkonzepte Elisabeth Förster-Nietzsches im Diktat, Post- und Grußkarten, Briefe von Verlegern und Übersetzern untereinander sowie Gutachten und Schreiben verschiedener Rechtssachverständiger. Anhand dieser teilweise erstmals publizierten Quellen zur europäischen Rezeptionsgeschichte der Philosophie Nietzsches treten auch die philosophischen, interkulturellen, ökonomischen und mentalen Problemlagen und ihre Bedeutung für die geistige Situation jener bewegten Zeit in Erscheinung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2026

Interessiert liest sich Rezensent Rüdiger Görner durch die Korrespondenz, die Oscar Levy und Elisabeth Förster-Nietzsche zwischen 1904 und 1937 führten. Er war ein jüdisch-deutscher, weltgewandter Arzt und Nietzsche-Enthusiast, sie "im Hauptberuf Nietzsches Schwester", von ihrem Bruder "das Lama" tituliert. Miteinander zu tun bekommen die beiden insbesondere aufgrund einer Nietzsche-Gesamtausgabe, die Levy 1913 in England herausbringt. Viele Details zur Editionsgeschichte, unter anderem, was Urheberrechtsfragen betrifft, kann man hier nachlesen - auch scheint immer wieder durch, dass Förster-Nietzsche ziemlich stur auf ihrer eigenwilligen Interpretation von Vertragsdokumenten bestand. Allzu neue Erkenntnisse entnimmt Görner dem Band zwar nicht, lediglich ein in die Sammlung aufgenommener Brief Max Oehlers an Levy bietet überraschende Erkenntnisse. Dennoch lässt sich, so das positive Fazit, bei der Lektüre abschätzen, wie aufwändig und anstrengend Levys organisatorische Großtat war - nicht zuletzt, weil er sich immer wieder Förster-Nietzsches Versuche erwehren musste, unzulässig in das Werk ihres Bruders einzugreifen.

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