Elisabeth Borchers

Eine Geschichte auf Erden

Gedichte
Cover: Eine Geschichte auf Erden
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783518413036
Gebunden, 72 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Elisabeth Borchers legt einen Gedichtband vor, in den beunruhigende Erfahrungen eingegangen sind. Entstanden ist: ein Buch des Abschieds. Beharrlich und in immer neuen Anläufen versucht die Autorin einen Ort zu finden, an dem sich Klarheit über die eigene Existenz, über das Weiter nach einem Verlust gewinnen lässt. Borchers verknappt die bedrängenden Beobachtungen und Reflexionen so, dass sie allesamt, je karger die Worte und Bilder ausfallen, um so intensiver wirken. In dieser Geschichte auf Erden ist nichts mehr märchenhaft im Ton, nichts mehr spielerisch leicht wie in früheren Gedichten der Autorin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.04.2002

Der Band mit rund fünfzig neuen Gedichten der Lyrikerin Elisabeth Borchers erinnert Andreas Puff-Trojan an eine Sammlung von Psalmen. Die Autorin habe eine Schwäche für kürzere Gedichte, ist dem Rezensenten aufgefallen, der annimmt, dass sie damit dem Leser mitteilen möchte, dass es in der Dichtkunst "viele Leerstellen" gibt, die man sich nur durch ständiges Wiederlesen erschließen könne. Auch wenn die Gedichte etwas "psalmodisch" sind, so Puff-Trojan, "altmodisch" oder "verstaubt" findet er sie keineswegs, sondern hält sie eher für eine Kombination aus "Klage-, Trost- und Dankspsalmen", die niemals ins "Naive" abglitten. Und ganz und gar "meisterlich" findet der Rezensent Borchers "Spiel mit Alliterationen", das manchen dieser "Psalmen", so Puff-Trojan, sogar eine gewisse Ironie verleihe.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.03.2002

Zum Thema Altern und den Gedichten von Elisabeth Borchers fällt Hans Christian Kosler eine Sentenz aus Georg Hensels Autobiografie ein: "Die Antworten werden weniger, die Fragen nehmen zu". Allerdings würden die Fragen von Borchers nicht als Fragen formuliert, meint Kosler, sondern ergäben sich aus den Irritationen, Beunruhigungen, Unklarheiten, die den "Firnis" von Borchers' Gedichten bildeten. Der jüngsten Gedichtsammlung liegt neben dem Thema Alter die Erfahrung des Todes eines engen Freundes zu Grunde, verrät Kosler weiter. Orientierungslosigkeit, Abschiednehmen, Weiterleben seien die beschriebenen Folgen, Borchers begebe sich auf Reisen. In Italien und Griechenland habe sie teilweise zu ihrer früheren Zuversicht zurückgefunden, sagt Kosler, wie er sie aus ihren früheren Gedichten kenne und schätze. Dennoch schimmerten immer wieder auch Zweifel Borchers' und ein Sichreiben am Ungenügen der Sprache durch.
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