Einzlkind

Harold

Roman
Cover: Harold
Edition Tiamat, Berlin 2010
ISBN 9783893201426
Kartoniert, 224 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Harold bringt sich gerne um. Das ist sein Hobby. Vermutlich hat er es sich von seinem berühmten Namensvetter aus "Harold and Maude" abgeguckt, dem etwas schmalzigen Film aus den 70ern. Aber sonst hat er mit dem Filmmenschen nichts zu tun. Vielmehr ist er Wurstfachverkäufer. Aber seine spezielle Feindin aus der Käseabteilung sorgt dafür, dass Harold entlassen wird. Harold ist eigentlich überhaupt nicht lebensfähig und seinen Mitmenschen hilflos ausgeliefert, die ihn nach Kräften quälen und ausnutzen. Und dann muss er eine Woche lang auf den 11-jährigen Melvin aufpassen, der behauptet ein Genie zu sein, ein hochintelligentes, aber auch altkluges Bürschchen, um genauer zu sein, eine Nervensäge, die den wehrlosen Harold in ein Schlamassel nach dem anderen hineinzieht. Melvin sucht seinen Vater. Harold begibt sich mit auf die Reise und bereut es spätestens, als er die Queen überfährt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.07.2010

Als "gemeines, kleines Wunder" preist Rezensent Ulrich Sonnenschein diesen offenbbar ungeheur witzigen Überraschungsroman eines anonymen "Einzlkinds". Sein titelgebender Held erinnert nicht zufällig an den Harold aus "Harold und Maude", allerdings steht er nicht an der Seite einer fröhlichen Alten, sondern eines vorlauten Kindes, das seinen Erzeuger sucht. Doch statt auf väterliche Persönlichkeiten, stößt er dabei auf "gestrauchelte Gestalten" und "verkrachte Existenzen", die oft genug vor der Intelligenz des Dreikäsehochs kapitulieren müssen. Einen begnadeten Stil, eine spitze Feder und "hinterhältigen Witz" bescheinigt er Rezensent diesem Autor, den er zwischen Nick Hornby und den Monty Pythons platziert. Allerdings glaubt er keine Minute, dass der hinter dem Pseudonym Einzlkind verbergende Autor wirklich in Großbritannien lebt (dort gibt es keine Cents, sondern Pence!), Sonnenschein würde sich sogar nicht wundern, wenn sich als tatsächlicher Autor der Verleger der Edition Tiamat, Klaus Bittermann, erwiese.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2010

Kaum glauben kann Oliver Jungen, dass ein deutscher Autor diesen Roman geschrieben haben soll, ein unter dem Pseudonym "einzelkind" publizierender, in London lebender Verfasser, wie er dem Klappentext entnimmt. Dieses Buch, das uns der Autor als perfekte Urlaubslektüre wärmstens empfiehlt, strotzt nämlich nur so vor allgemein als britisch charakterisiertem Humor, und angesichts dieser gänzlich "undeutschen" Tugend ist es dem Rezensenten auch völlig schnurz, wenn es "strukturell" etwas schwächelt. Erzählt wird von einem hochsuizidalen Engländer, der unversehens zum Babysitter des hochbegabten 11-jährigen Nachbarjungen wird und sich mit diesem auf die Suche nach seinem verschwundenen Vater macht, fasst Jungen zusammen. Aber auch die etwas "Didi-Hallervorden"-hafte Handlung findet der Rezensent ganz unerheblich, denn das Buch lebt ganz und gar von seinem überbordenden Witz, wie er betont.
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