Egon Bondys utopischer Roman von 1974 spielt in einer düsteren Zukunft im Jahr 2600. Auf dem letzten Stück Festland, das von einer langsam ansteigenden Brühe aus Abfällen vorangegangener Generationen umgeben ist, leben neben den "Offizieren", den "Heimgesuchten" und den "ordentlichen Bürgern" die sogenannten "Invaliden", denen das Bewußtsein für ihre eigene Geschichte abhanden gekommen ist und die sich nun auf die Suche nach einem Paradies in vorzivilisatorischem Zustand machen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2000
Christoph Bartmann räumt ein, dass es sich hier nicht um einen "leicht konsumierbaren Roman" handelt. Dennoch lohnt die Lektüre seiner Ansicht nach- von kleinen Einschränkungen abgesehen. Der "wüste Mix aus Satire, Märchen, Apokalypse und Eigenbau-Philosophie" scheint ihm durchaus zu gefallen, zumal der Leser hier auch erfahre, was die jungen Prager beeinflusst. Von einer "genuin böhmischen Hippie-Protestkultur" ist bei Bartmann die Rede, der sich reichlich erstaunt zeigt von dieser Mischung aus Science-Fiction-Roman und Sozialismuskritik. Gleichzeitig betont der Rezensent, dass es sich auch um einen Schlüsselroman handelt, und hier liegt seiner Ansicht nach auch ein Problem. Denn Außenstehende dürften - wie er meint - bei der Lektüre von Bondys "dissidentischem Verweisungssystem" höchstwahrscheinlich an so mancher Stelle Schiffbruch erleiden. Allerdings relativiert Bartmann dies anschließend und führt einige Beispiele auf, die den nicht eingeweihten Leser "wieder sehr nachdrücklich integrieren".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.03.2000
In einer Kurzrezension weist der Autor mit dem Kürzel "nah." darauf hin, dass dieser Roman in der Zeit der "Normalisierung" in der Tschechoslowakei, also in den Jahren nach 1968, im Samisdat erschien. Bondys Endzeitvisionen scheinen den Rezensenten fasziniert zu haben. Bondy biete hier ein "Höchstmaß an Absurdität".
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