Edward St. Aubyn

Zu guter Letzt

Roman
Cover: Zu guter Letzt
Piper Verlag, München 2011
ISBN 9783492054348
Gebunden, 222 Seiten, 17,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sabine Hübner. Die Ex-Multimillionärin Eleanor Melrose hat es hinter sich. Während Verwandte, Freunde und Feinde zu ihrer Beerdigung eintreffen, um sich ein letztes Mal das Maul zu zerreißen, stellt ihr Sohn Patrick enttäuscht fest, dass dieser Tod ihm nicht die erhoffte, prompte Erlösung bringt. Aber auf der Party nach dem Gottesdienst, in dem Geschwirr von Stimmen, Tellerklappern und Gelächter, auf dem Stromschnellen und in den Untiefen der Gespräche, spürt er, wie er plötzlich in neues Fahrwasser gerät "Zu guter Letzt" ist der Kulminationspunkt der Melrose-Saga.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2012

Willkommen in der Psycho-Hölle der Familie Melrose! Dass es das letzte Mal sein soll, weil die Pentalogie mit diesem Roman sicherlich abgeschlossen ist, stimmt Marion Löhndorf durchaus traurig. Derart hat sie den von allen denkbaren Kindheitstraumata gezeichneten Erzähler und seine hochnäsige Verwandtschaft ins Herz geschlossen. Oder den Witz, mit dem Edward St. Aubyn das alles beschreibt, eben nicht einfach ironisch, sondern im ständigen Clash zwischen Empfindsamkeit und Zynismus, Spott und Sensibilität, wie Löhndorf erkennt. Dass kein Happy End den armen Antihelden befreit, stimmt sie fast melancholisch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.10.2011

Rezensent Christopher Schmidt hat sich am "süßen Gift" von Edward St. Aubyns bitterbösem Finale seiner Geschichte der Melrose-Familie gelabt. Darin wird nun die Mutter seines, wie der Autor aus dem britischen Hochadel stammenden, Helden Patrick beerdigt, erfahren wir. Wie ein "Oscar Wilde auf Ecstasy" beschreibt der Ich-Erzähler in erlesener Ironie seine ernüchternden und deprimierenden Erkenntnisse, was seine Rolle in dieser im schlimmsten Sinne dysfunktionalen Familie angeht, und er findet zynische Worte für die Enttäuschung, am Ende noch nicht einmal zu erben, weil seine Mutter ihr Vermögen lieber wohltätigen Zwecken vermacht hat. In diesem letzten Teil von St. Aubyns autobiografischer Melrose-Saga tut man einen weiteren tiefen Blick in die "wohlstandsverwahrloste" britische Oberschicht, die den Rezensenten zum Schaudern bringt. Fesselnde Lektüre war es aber offensichtlich doch.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2011

Auf fünf Bände ist Eward St Aubyns Melrose-Saga inzwischen angewachsen und dass ohne größeren Qualitätsverlust, lobt Rezensent Werner von Koppenfels. Patrick Melrose, glückloser Held und nach Meinung der britischen Öffentlichkeit Alter Ego des Autors, bestattet in diesem Teil seine Mutter, erzählt der Rezensent. Damit seien nun beide Rabeneltern unter der Erde, doch bis zur seelischen Emanzipation Patricks von den Qualen der Vergangenheit stünde ihm noch ein weiter Weg bevor. "Gesellschaftskomödie erster englischer Güte" ist das Ganze nach Auffassung des Kritikers. St Aubyns satirische Attacken gegen eine Vulgarität, die sich im oberen Teil der Gesellschaft ebenso findet wie im unteren, entzücken den Rezensenten umso mehr, als der elegante Stil des Autors noch den ätzendsten Ausfällen "Glanz" verleihe. An der Übersetzung allerdings beklagt Koppenfels Ungenauigkeiten und verschenkte Pointen - ein Resultat der "Termin-Tyrannei der Buchmesse", so die Vermutung des Rezensenten.
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