Eduard von Keyserling

Landpartie

Gesammelte Erzählungen
Cover: Landpartie
Manesse Verlag, Zürich 2018
ISBN 9783717524762
Gebunden, 744 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Zu seinem 100. Todestag am 28. September 2018 würdigt Manesse Eduard von Keyserling mit einem bibliophilen Liebhaberband, in dem erstmals sämtliche Erzählungen vereint sind. Mit einem Kommentar von Horst Lauinger und einem Nachwort von Florian Illies.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 22.01.2019

Wiebke Porombka ahnt, dass Eduard Keyserling kein Autor für ein großes Publikum mehr werden wird, auch wenn man ihn noch so oft als baltischen Fontane tituliert. Trotzdem empfiehlt sie diesen Erzählungsband wärmstens. Denn auch wenn der Rezensentin diese Geschichten alle ein bisschen überparfümiert erscheinen, so spürt sie in ihnen doch auch den kritischen Beobachter und ironischen Erzähler. Keyserling verspritzte durchaus "leises Gift" gegen die gehobenen Kreise, während seine Sympathie dem dörflichen Leben galt, wie Porombka schreibt. Sehr modern findet die Rezensentin auch seine klugen Frauenfiguren und seine offenherzige Erotik.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.12.2018

Gustav Seibt verschlingt Eduard von Keyserlings Erzählungen. Die chronologisch angelegte, laut Seibt mit Liebe kommentierte Sammlung schätzt er, da sie dem Leser den naturalistischen Zeitbeobachter und Stimmungsmaler Keyserling zeigt und eine historische Kontextualisierung ermöglicht, wie er schreibt. Keyserlings Heldinnen (nicht Helden!) und die klarsichtige Zeichnung der Kriegsatmosphäre vermögen Seibt noch immer in Bann zu schlagen. Dass der Autor weniger steif schreibt als Thomas Mann, doch kaum weniger ironisch, gefällt ihm gleichfalls gut.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.11.2018

Rezensent Tim Caspar Boehme mag die "klugen, feinen" Texte von Eduard von Keyserling. Entsprechend erfreut ist der Kritiker über diesen Band, der sämtliche Erzählungen des im heutigen lettischen Kurland geborenen Schriftstellers versammelt. Bereits in den frühen Texten erkennt der Rezensent die prägenden Merkmale von Keyserlings Schreiben, etwa den Blick auf eine verlorene Vergangenheit, die damit einhergehende Resignation der Figuren und die "zaghaften" Versuche, dem Schicksal zu entfliehen. Dass äußerlich meist nicht viel geschieht, stört den Kritiker nicht: Viel zu gebannt ist er von Keyserlings feinsinniger Mischung aus Ironie und Mitgefühl, den Beschreibungen der baltischen Landschaften, der "behutsam zupackenden" Sprache und nicht zuletzt der Aktualität der Texte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2018

Rezensent Jochen Schimmang empfiehlt, Eduard von Keyserling wiederzuentdecken, und zwar zu dessen 100. Todestag und mit den Erzählungen. Die hier zusammengestellten kennt Schimmang zwar fast alle bereits, die chronologische Ordnung im Band sagt ihm aber zu und lässt ihn Keyserlings Originalität erkennen. Die um Liebe und Tod kreisenden Texte gefallen ihm durch ihre gesellschaftliche Kontextualisierung, auf die der Autor laut Rezensent große Detailgenauigkeit verwendet, aber auch Ironie und analytische Kälte. Die derbe Darstellung von Milieus, von Sex und Tod, fordert Schimmang ebenso heraus wie die vielen "schrägen" Sätze, für ihn Ausweis der Modernität des Autors.
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