Doris Gercke

Die schöne Mörderin

Ein Bella Block-Roman
Cover: Die schöne Mörderin
Ullstein Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783898340328
Gebunden, 304 Seiten, 20,40 EUR

Klappentext

Bella Block, berührt vom Schicksal der jungen Tolgonai und von ihrer Schönheit, hat ihr bei der Flucht aus Odessa nach Hamburg geholfen. Die Frau wurde gesucht. Wegen Mordes. Auch in Deutschland werden ihr inzwischen zwei Morde zur Last gelegt. Irgendwann wird die Turkmenin wieder bei Bella auftauchen. Dann muss die ehemalige Kommissarin sich entscheiden, ob sie einer Mörderin noch einmal helfen will.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.08.2001

Nicht ohne ein gewisses Quentchen Amüsement hat Tobias Gohlis die neuen Bücher von Ingrid Noll und Doris Gercke gelesen, in denen, wie sollte es auch anders sein, wieder mancher Mann sein Leben lassen muss.
1) Ingrid Noll: "Selige Witwen"
In "Selige Witwen", der Fortsetzung des Romans "Die Häupter meiner Lieben" aus dem Jahr 1993, nimmt alles wieder seinen bereits bekannten Lauf, berichtet Gohlis. Das mörderische Damen-Trio Cora, Maja und Emilia hat sich in der Nähe von Florenz niedergelassen und gibt sich als "dilettierende Wohngemeinschaft" zwischen Malerei, Kochkunst und Kindererziehung. Es ist allerdings eine WG, kündigt der Rezensent an, in der es mit der sozialen Harmonie nicht all zu weit her ist. Denn Cora hat alles, Maja nichts und Cora ordnet an, was Maja auszuführen hat. Nicht mal ihren eigenen Mordplan will Cora selbst erledigen. "Alles wie geklagt", meint der Rezensent, wenn auch nun unter Frauen.
2) Doris Gercke: "Die schöne Mörderin"
Die "ersatzmütterliche Lust an der Gewalt bei gleichzeitiger Scheu, sie selbst auszuüben", hat Gohlis in dem neuen Bella-Block-Krimi von Doris Gercke noch viel deutlicher verspürt. Bella Block erzählt hier erstmals aus der Ich-Perspektive die Geschichte der Russin Tolgonai, die bei ihr nächtigt und später einer Biker-Gang mörderisch zu Leibe rückt, bevor sie selbst unter die Räder kommt, referiert der Rezensent den Inhalt. Etwas enttäuscht ist Gohlis, dass Bella bei den Bösewichtern diesmal nicht selbst Hand angelegt, sondern die Rache der Frauen der schönen, sanften Tolgonai überlassen hat.
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