Dörte Lyssewski

Der Vulkan oder Die Heilige Irene

Erzählungen
Cover: Der Vulkan oder Die Heilige Irene
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2015
ISBN 9783957570833
Gebunden, 188 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Ein heiterer Badestrand, der vom Verbrechen, dessen Bühne er bald wird, nichts vermuten lässt, bis sich dunkle Ahnungen breitmachen und es zu spät ist. Eine Schwangere, die einen unstillbaren Neid auslöst, und ein Champagnerkorken, der damit Schluss macht: Liebe, Neid, Hass sind die Gefühle, die von Dörte Lyssewski in diesem Prosadebüt ausgelotet werden. In den vier Erzählungen ist der Tod als Bedingung des schönen Scheins allgegenwärtig. Ängste, wie die vor dem Sterben, aber auch die Sehnsucht danach, sind Begleiter allen Handelns. So scheinen die in ihren Zwängen geschilderten Menschen wie Vulkane: gleichsam erloschen, malerisch und still. Doch irgendwann, genau dann, wenn man sich ganz sicher fühlt, geschieht das Ungeheure.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.11.2015

Erschöpft zeigt sich Helmut Schödel nach der Lektüre von Dörte Lyssewskis Prosadebüt. Die Schauspielerin am Wiener Burgtheater hat nach Schödels Geschmack vier Erzählungen geschrieben, die eigentlich gar keine Leser wollen, so lebensfern und todesverliebt seien sie. Einer Bestatterin gleich ziehe Lyssewski einen "dunklen Vorhang vor ihre Prosa und die Welt", ihre Geschichten würden nicht nur von der Bildung der Autorin zeugen, sondern auch von ihrem "Desinteresse am derzeit Gängigen". Der Kritiker findet das Buch letztlich auch deshalb erstaunlich, weil es sich mehr wie ein Spätwerk lese als wie ein Erstling. Die Autorin strebe in ihm nach Präzision und Literarizität, überfrachte ihre Sprache aber zugleich mit Adjektiven, wie Schödel kritisch anmerkt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.09.2015

Völlig bezirzt kommt Rezensentin Eva Behrendt zurück von ihrem Besuch bei der Schauspielerin Dörte Lyssewski, die gerade ihren ersten Erzählband veröffentlicht hat. Es geht, schreibt sie, in den vier Geschichten um den Tod, gesehen aus der Perspektive eines Kettenhundes, um eine frisch Getrennte, die im einsamen Urlaub von ihrem Kinderwunsch überwältigt wird, um Touristen "der globalen Mittelklasse", die sich auf einer griechischen Insel gegenseitig abschlachten, und um eine Frau, die sich nach der inzestuösen Liebe zu ihrem Bruder in eine Quelle verwandelt. Kulturpessimismus und Zivilisationsekel scheinen groß geschrieben, liest man die Schilderungen der Rezensentin. Die ist jedoch äußerst angetan, vor allem von der Sprache Lyssewskis, die altmodische Formulierungen mit zeitgenössischen mischt.
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