Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003
Geschickt verknüpft die Autorin politische Geschichte mit dem persönlichen Schicksal einer Heranwachsenden, so dass die Erzählung trotz des präzisen historischen Kontextes nie überfrachtet wirkt, lobt Roswitha Budeus-Budde. Es ist die Zeit der Mainzer Republik, ausgerufenen von den politisierten Bürgern der Stadt im Gefolge der Französischen Revolution. Daphnes Vater ist ein Jakobiner, und Daphne wird sowohl vom politischen Eifer aber noch viel mehr von der Leidenschaft für das Bürgertheater mit seinen Idealen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit infiziert. Daphne heißt im übrigen auf griechisch Lorbeer, ergänzt Budeus-Budde, aber die Theaterlorbeeren hatten die Eltern wohl nicht im Sinn, als sie der Tochter diesen stolzen Namen gaben, sinniert die Rezensentin. Flucht aus Mainz, das Haus der Großeltern in Weimar, das Abenteuer einer fahrenden Schauspieltruppe lauten die Stationen von Daphnes Abenteuer, die auch Leserinnen typischer Mädchenbücher ansprechen sollten, meint Budeus-Budde. Dass diese nebenbei auch noch viel Wissenswertes über das ausgehende 18. Jahrhundert erfahren, liege im übrigen an dem Kunstgriff der Autorin, reale historische Persönlichkeiten in ihrem Buch auftreten zu lassen.
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