Aus dem Russischen von Franziska Zwerg. Moskau, im Herbst 2016: Ilja kommt nach sieben Jahren Straflager endlich nach Hause. Dort ist nichts mehr, wie es war. Seine Mutter stirbt wenige Tage vor seiner Rückkehr an einem Herzinfarkt und seine Freundin ist längst mit einem anderen zusammen. Ilja ertränkt seine Enttäuschung im Alkohol. Im Rausch der Verzweiflung sucht er jenen Fahnder auf, der ihn vor sieben Jahren zu Unrecht hinter Gitter brachte. Ilja ersticht ihn im Affekt. Als Ilja nach seiner Tat im Handy des verstorbenen Petja stöbert, stößt er auf verstörende Spuren aus dessen Vergangenheit. Und immer wieder erreichen ihn besorgte Nachrichten von Petjas Mutter und dessen schwangerer Freundin Nina. Ilja beginnt, ihnen an Petjas Stelle zu antworten, und seine Identität verschmilzt immer mehr mit der jenes Mannes, den er getötet hat.
Jens Uthoff staunt über Dmitry Glukhovskys Vielseitigkeit und liest diesen ausnahmsweise ganz realistischen Roman des Sci-Fi-Autors mit Sinn für die feine Ironie im Text. Die Geschichte eines Lagerhäftlings, der Rache übt an einem Polizisten und der dessen Identität übernimmt, macht Uthoff mit den Verhältnissen in den russischen Haftanstalten bekannt, mit dem Kult um Putin, der Propaganda, der russischen Obrigkeitstreue und der orthodoxen Demut. Wie all das die russische Gesellschaft lähmt, schildert der Autor laut Rezensent nicht ohne Humor.
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