"Land unter" oder "Holland in Not" - das sind Ausdrücke, die seit Jahrhunderten für eine Urkatatstrophe stehen. Schon in der Bibel ist die Flut die erste Naturkatastrophe, das große göttliche Strafgericht. Von biblischen und anderen orientalischen Sintflutsagen über antike und mittelalterliche Flutberichte bis zu Augenzeugenberichten über die Fluten der Neuzeit verfolgt Dirk Meier den Kampf der Küstenbewohner mit dem Wasser. Er rekonstruiert Abläufe und beleuchtet Zusammenhänge mit Umweltbedingungen und menschlichen Eingriffen in die Landschaft. Schließlich wagt der Autor auch einen Ausblick in die Zukunft der Küstenlandschaften, die sich im Laufe der Geschichte schon so oft gewandelt haben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.07.2006
Obwohl dieses Buch durchaus einige interessante Ideen verfolgt, ist die Rezensentin Marion Lühe im Großen und Ganzen doch ziemlich genervt von der Lektüre. Teilweise verliere sich Autor Dirk Meier in naturwissenschaftlichen und regionalgeschichtlichen Details, was für Lühe "so ermüdend wirkt, wie eine Doppelstunde Geografie". Zudem bemängelt sie, dass das Buch eigentlich eine "Mogelpackung" sei, denn anders als der Titel suggeriert, geht es nur um Fluten an der Nordseeküste. Der "interessanten Parallele", dass die Menschen Fluten früher für Gottes Rache hielten, während sie heute eher an eine Rache der Natur glauben, und dem damit "verbundenen Bewusstseinswandel" spürt Meier zum Bedauern der Rezensenten allerdings nicht weiter nach. Spannend und lebendig ist das Buch in Lühes Augen allerdings immer dann, wenn Meier "die Quellen sprechen lässt".
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