Dieter Deiseroth (Hg.)

Der Reichstagsbrand und der Prozess vor dem Reichsgericht

Justizkritische Buchreihe
Cover: Der Reichstagsbrand und der Prozess vor dem Reichsgericht
Tischler Verlagsgesellschaft, Berlin 2005
ISBN 9783922654650
Kartoniert, 380 Seiten, 24,00 EUR

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.04.2007

Überzeugend findet Wigbert Benz diesen von Dieter Deiseroth herausgegebenen Band, der Beiträge zum Reichstagsbrand im Februar 1933 und anschließendem Prozess versammelt. Der Brand diente dem NS-Regime als Vorwand für die Verhaftung Tausender Gegner und die Außer-Kraft-Setzung der Grundrechte. Benz erinnert daran, dass die Forschung bis Ende der 50er Jahre davon ausging, der Brand sei von Leuten aus dem NS-Umfeld gelegt worden. Mit Fritz Tobias' Serie im "Spiegel" und seinem Buch von 1962 habe sich dann die These von der Einzeltäterschaft des holländischen Anarcho-Sozialisten Marinus van der Lubbe durchgesetzt. Demgegenüber unterstreicht Benz die in diesem Band vorgelegten Forschungsergebnisse des Historikers Alexander Bahar und des Publizisten Hersch Fischler, die auf die Manipulation von Quellen bei Tobias verweisen und die These vom Alleintäter van der Lubbes "schwer" erschüttern. Instruktiv scheint ihm insbesondere Bahars Analyse des Kontexts der "Spiegel"-Serie zum Reichstagsbrand. Lobend erwähnt er auch den Beitrag des Historikers Hermann Graml, der sowohl an der Alleintäterschaft van der Lubbes als auch an der Auffassung, die Nazis seien die Täter gewesen, skeptisch betrachtet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.04.2007

Überzeugend findet Wigbert Benz diesen von Dieter Deiseroth herausgegebenen Band, der Beiträge zum Reichstagsbrand im Februar 1933 und anschließendem Prozess versammelt. Der Brand diente dem NS-Regime als Vorwand für die Verhaftung Tausender Gegner und die Außer-Kraft-Setzung der Grundrechte. Benz erinnert daran, dass die Forschung bis Ende der 50er Jahre davon ausging, der Brand sei von Leuten aus dem NS-Umfeld gelegt worden. Mit Fritz Tobias' Serie im "Spiegel" und seinem Buch von 1962 habe sich dann die These von der Einzeltäterschaft des holländischen Anarcho-Sozialisten Marinus van der Lubbe durchgesetzt. Demgegenüber unterstreicht Benz die in diesem Band vorgelegten Forschungsergebnisse des Historikers Alexander Bahar und des Publizisten Hersch Fischler, die auf die Manipulation von Quellen bei Tobias verweisen und die These vom Alleintäter van der Lubbes "schwer" erschüttern. Instruktiv scheint ihm insbesondere Bahars Analyse des Kontexts der "Spiegel"-Serie zum Reichstagsbrand. Lobend erwähnt er auch den Beitrag des Historikers Hermann Graml, der sowohl an der Alleintäterschaft von der Lubbes als auch an der Auffassung zweifelt, die Nazis seien die Täter gewesen.

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