Von Albrecht Koschorke, Susanne Lüdemann, Thomas Frank und Ethel Matala de Mazza. Als Körper veranschaulicht, gewinnen unsichtbare Gebilde wie Staat, Gesellschaft, Kirche oder andere'Korporationen'den Charakter einer imaginärenEinheit und Ganzheit. Der historische Bogen dieser Untersuchung der Körper-Metaphorik reicht von der politischen Mythologie des alten Rom über die Konstruktionsprobleme des frühneuzeitlichen Absolutismus und die Erfindung der juristischen Staatsperson im 19. Jahrhundert bis hin zu der heute beobachtbaren Ablösung der körperschaftlichen Bildwelt durch die Metapher des Netzes.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.07.2008
Überzeugt hat Alexandra Kemmerer die Untersuchung über die Konstruktion des politischen Körpers als "fiktiver Staat", die aus einem langjährigen interdisziplinären Projekt am Berliner Zentrum für Literatur- und Kulturforschung hervorgegangen ist. Als "fulminanten Parcours durch die europäische Staatsgeschichte" bezeichnet sie das vorliegende Buch, das erfreulicherweise viele Stimmen aus unterschiedlichen Fachrichtungen zu Wort kommen lässt, wie die Rezensentin feststellt. Gefesselt ist sie von den fünf Kapiteln des Autorenkollektivs, die konstatieren, dass Kollektive, die sich als Körper imaginieren, über eine institutionenbildende Kraft verfügen. Die Rezensentin fragt sich außerdem, welche Rolle die Metapher des "Netzwerks", mit der heutzutage die Koordination politischer, militärischer, wirtschaftlicher und ideologischer Macht beschrieben wird, für die Identität einer Politischen Gemeinschaft spielt.
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