Aus dem Amerikanischen von Henning Ahrens. Ein Roman wie ein Dominospiel: Jedes Leben berührt ein anderes. Zwölf Menschen begegnen sich, während ihr Leben in Turbulenzen gerät. Auf dem unruhigen Flug nach Madrid kommt eine Frau, die ihren krebskranken Sohn in London besucht hat, mit ihrem Sitznachbarn ins Gespräch. Der Geschäftsmann aus dem Senegal weiß noch nicht, dass ihn in Dakar die Nachricht eines tragischen Unfalls erwartet, bei dem ein Frachtpilot Zeuge wurde. In diesem höchst spannenden Roman berührt jedes Leben das nächste, ob es der indische Golfer ist, der seinen senilen Vater bestiehlt, oder die Tochter einer ausgewanderten Deutschen, die einen syrischen Flüchtling heiraten will.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.12.2020
Rezensent Xaver von Cranach kann nicht fassen, wie historisch David Szalay Roman von 2018 heute bereits wirkt. Die Idee, in zwölf Geschichten Flugreisende im Transit zwischen je zwei Orten um die Welt zu begleiten, erscheint Cranach vor dem Hintergrund der Pandemie wie ein Traum. Das formale Konzept, wonach immer eine Nebenfigur einer Geschichte zur Hauptfigur der nächsten wird, erinnert den Rezensenten an Schnitzlers "Reigen". Meisterlich scheint ihm, wie Szalay mit feinen Strichen "ein ganz großes Leben" zeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 02.10.2020
Rezensentin Gabriele von Arnim lobt diesen Romanreigen von David Szalay in den höchsten Tönen. In zwölf knappen Episoden reist die Kritikerin mit dem kanadischen Autor um die Welt, von Madrid bis Dakar, von Toronto bis Hongkong, begegnet fragilen Menschen, die mit dem Ertragen des Lebens beschäftigt sind und staunt über Szalays Kunst der kleinen Andeutungen. Wie der Autor in kleinen Skizzen "Unsicherheit, Zärtlichkeit oder Verrat" sät und "wuchern" lässt, findet Arnim bewundernswert.
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