Klappentext

Aus dem Englischen von Peter Torberg. Zwei Männer, die auf ihre Chance warten, setzen wider besseren Wissens ihr Leben aufs Spiel. Eine schiefgelaufene Drogenübergabe löst eine fatale Verkettung von Ereignissen aus, in deren Folge sie zum Spielball unkontrollierbarer Kräfte werden. Stringer, der lange im Gefängnis saß und nun merkt, wie sehr sich die Welt verändert hat, wird losgeschickt, um die verloren gegangene Lieferung wieder aufzutreiben. Und um ein Zeichen zu setzen ...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.06.2017

Einen ungewöhnlich "modernen" Thriller hat Rezensent Hans-Peter Kunisch mit Cynan Jones neuem Buch "Alles, was ich am Strand gefunden habe" gelesen. Wie der walisische Autor die Schicksale des Fischers und Jägers Hold und des polnischen Hilfsarbeiters Grzegorz durch einen Mord, kolumbianischen Drogenhandel und private Tragödien aufeinander zulaufen lässt, hat den Kritiker beeindruckt. Kunisch erhält hier nicht nur interessante Einblicke in die Welt der Arbeitsmigranten, sondern bewundert auch, wie tief und glaubwürdig Jones die Psyche seiner Figuren ausleuchtet, ohne ihnen ihr Geheimnis zu nehmen. Der Autor erinnert ihn durch die "karge Humanität" seiner Helden an J.M. Coetzee, auch wenn ihm Jones' Figuren "natürlicher" und "emotionaler" erscheinen. Ein ausgesprochen spannendes Buch, dessen "trockene Ironie" von Übersetzer Peter Torberg nach anfänglichen Schwierigkeiten gut rübergebracht wird, lobt der Kritiker.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.03.2017

Kann man als Thriller lesen, muss man aber nicht, meint Rezensent Moritz Scheper über Cynan Jones' neuen Roman "Alles, was ich am Strand gefunden habe". Denn hinter der Geschichte um den polnischen Arbeitsmigranten Gregorz, der seine Familie mit einem schlecht bezahlten Schlachthaus-Job über die Runden bringen will, und dem ähnlich verzweifelten Fischer und Jäger Hold, die beide drei Päckchen Kokain finden und von einer besseren Zukunft träumen, verbirgt sich viel mehr, verrät der Kritiker. So "trocken" wie gnadenlos erzähle der Waliser Autor vom Elend und der Trostlosigkeit jener Menschen, die in der "europäischen Peripherie" leben, lobt der Rezensent. Vor allem aber bewundert er, wie "hyperrealistisch" und eindrucksvoll Jones die langsam auf den Menschen übergehende Brutalität im Umgang mit Tieren schildert, die Hold auf der Jagd und Gregorz im Schlachthaus erlebt.
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