dtv, München 2026
ISBN
9783423285490 Kartoniert, 416 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Anja Galic und Katarina Ganslandt. Der Shitstorm um die Verfilmung ihres Romans stürzte Bestsellerautorin Petra Rose in eine Schreibkrise. Sie hat erlebt, wie es sich anfühlt, wenn sich das Internet gegen einen wendet. Nur mithilfe ihrer Kollegin Nora findet sie allmählich zur Normalität zurück: Sie geht wieder live online und mietet eine abgelegene Hütte am See, um endlich ihren nächsten Thriller zu schreiben. Dann taucht er plötzlich auf.Nathaniel, ein Detective, berichtet von einem verstörenden Ereignis in unmittelbarer Nähe. Er ist das Ebenbild des Cops in ihrem Roman - und heizt Petras Kreativität unerwartet an. Nie hat sie sich lebendiger gefühlt, als wenn er sie berührt. Doch das Spiel, auf das sie sich einlässt, ist gefährlich und bedroht ihre Existenz …
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.03.2026
Interessiert, aber recht distanziert bespricht Rezensentin Marie Schmidt Colleen Hoovers neues Buch. Das ist eine reichlich selbstreflexive Angelegenheit: Die erfolgreiche Romance-Novel-Autorin Hoover schreibt über eine erfolgreiche Romance-Novel-Autorin, die Besuch von einem heißen, übergriffigen Polizisten erhält und sich danach in eben jenen erotische Fantasien verliert, über die sie selbst schon viele Bücher geschrieben hat; auch die Frage, was es heißt, dass in Romance-Büchern so oft sexuelle Übergriffigkeit als lustvoll erlebt wird, kommt aufs Tapet. Ausgesprochen metafiktional geht es zu in diesem Buch, und das ist auch der Grund, glaubt Schmidt, weshalb Hoovers Buch bei ihrem Stammpublikum, das sich nach Immersion anstatt Reflexion sehnt, nicht allzu gut ankommt. Hoovers Buch allerdings, stellt die sich eines Urteils enthaltende Rezensentin am Ende klar, ist in erster Linie keineswegs postmoderne Hochliteratur; sondern ein klassischer Unterhaltungsroman über Kribbeln im Bauch und einen Cop mit einem "beängstigend großen Penis".
Rezensentin Julia Hubernagel bespricht Colleen Hoovers neues Buch einigermaßen irritiert. Die Bestsellerautorin erzählt diesmal eine Geschichte, die eine gewisse Ähnlichkeit zu den Querelen um "Nur noch ein einziges Mal", die Verfilmung eines eigenen vorigen Buches hat. Es geht nämlich um die Romance-Schriftstellerin Petra, der die Kinoadaption eines ihrer Bücher Ärger eingebracht hat - und die jetzt mit einer Schreibblockade kämpft. Bald taucht ein sexy Polizist auf, der möglicherweise mit dem Selbstmord eines Flüchtenden zu tun hat, im Folgenden gibt es einigermaßen übergriffigen, aber Lust spendenden Sex. Hubernagel erkennt an, dass Hoover sich mit den autofiktionalen und provokanten Elementen ihres neuen Buches ein wenig von den Konventionen des antirealistischen Romance-Genres lösen möchte. Aber sowohl der nicht allzu konsensuelle Sex als auch Petras Uniformfetisch stoßen der Rezensentin sauer auf. Gerade mit Letzterem kann Hubernagel in Zeiten von ICE und Black Lives Matter schlicht nichts anfangen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.01.2026
Colleen Hoover ist kommerziell unglaublich erfolgreich, weiß Rezensentin Lynn Hruschka, aber den ein oder anderen Shitstorm hat sie auch schon abbekommen. Das ist denn auch Thema des neuen Romans: Autorin Petra Rose zieht sich zum Schreiben zurück, kann aber nur an die Netz-Kommentare denken, die ihr etwa kitschige Plots vorwerfen. Die Heldin des Romans ist allerdings genauso unreflektiert wie ihre Schöpfeirn, räumt Hruschka ein: Da steht plötzlich ein sexy Polizist vor der Tür, es gibt Sex voller Grenzüberschreitungen, der dann in nach KI klingendem Stil literarisch verarbeitet wird. Ein Roman, der literarisch nichts zu bieten hat und das Romance-Genre im schlechtesten Licht dastehen lässt, ärgert sich die Kritikerin.
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