Claus Arnold

Katholizismus als Kulturmacht

Der Freiburger Theologe Joseph Sauer (1872-1949) und das Erbe des Franz Xaver Kraus
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1999
ISBN 9783506799913
gebunden, 522 Seiten, 55,22 EUR

Klappentext

Der Freiburger Theologe Joseph Sauer verstand sich als wissenschaftlicher Erbe seines Lehrers, des "liberalen" Franz Xaver Kraus (1840-1901) und suchte dessen Programm eines kulturmächtigen Katholizismus umzusetzen. Als Archäologe und Kunsthistoriker war Sauer im Wissenschaftsbetrieb des Kaiserreichs und der Weimarer Republik hochangesehen. Kein anderer deutscher Theologe hatte während der Modernismuskrise in der katholischen Kirche (1893-1914) so weitreichende internationale Kontakte zu Reformtheologen wie Sauer. Ab 1916 prägte er in Freiburg entscheidend die Geschicke der Theologischen Fakultät und dann als zweimaliger Rektor auch der gesamten Universität. 1933 fungierte Sauer als Prorektor unter Martin Heidegger und nach 1945 als ständiger Senator.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2000

Georg Denzler begrüßt in seiner Besprechung, dass Joseph Sauer, "ein Lieblingsschüler des berühmten Freiburger Kirchenhistorikers Franz Xaver Kraus", als Vertreter der katholischen Reformbewegung "Modernismus" mit dieser Dissertation gewürdigt wird. Liest man dann Denzlers Besprechung, bleibt allerdings unklar, warum. Sauer war nach Denzler, der hier eifrig das Buch referiert, weder besonders fortschrittlich noch besonders konservativ. Während der Nazizeit war er "nicht als Widerständler, sondern als Resistenzler" einzustufen. Als Theologe hat er "wenig öffentlich Partei ergriffen". Zur Qualität des Buchs kein Wort. Eine selbst für FAZ-Verhältnisse selten flaue Rezension.
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