Claudio Hils

Red Land - Blue Land

Texte von Anna M. Eifert-Körnig und Rolf Schönlau. Deutsch-Englisch.
Cover: Red Land - Blue Land
Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2000
ISBN 9783775709309
Broschiert, 160 Seiten, 39,88 EUR

Klappentext

Red Land - Blue Land" heißt es in der Manöversprache, wenn ein Gelände zu Übungszwecken in Feindes- und Freundesland aufgeteilt wird. Wie etwa der Truppenübungsplatz Senne am Westrand des Teutoburger Waldes, den der Fotograf Claudio Hils über Jahre hinweg mit der Kamera erkundet hat: Zunächst öffnen sich dem Auge Bilder unverfälschter Natur, in denen nur langsam erste Zeichen und Spuren einer militärischen Nutzung zu entdecken sind. Irritiert macht der Blick weitere Details aus, Patronenhülsen, zugewachsene Gräber, Silhouetten ruinenhafter Häuser, und je tiefer der Betrachter in die Bildwelten von Claudio Hils einsteigt, umso surrealer werden sie, er entdeckt menschliche Puppen, die in einer provisorisch aus Holz und Pappe zusammengehämmerten Straßenkulisse stehen. Wirklichkeitsgetreue Schützengräben und zerschossene Panzer bestätigen schließlich: Wir befinden uns inmitten eines Kriegsszenarios.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.03.2001

Fotograf Claudio Hils stand vor der Schwierigkeit zu einem alten Thema etwas Neues beizutragen: Kriegsschauplätze fotografisch festzuhalten. Nach Rezensent Andreas Langen ist es ihm gelungen. Mit dokumentarischer Nüchternheit und dramaturgischer Perfektion setze Hils das Truppenübungsgelände im ostwestfälischen Sperrgebiet Sennelager ins Bild. Langen erzählt, wie Hils jahrelang mit versteckter Leidenschaft unter dem Vorwand biologischen Interesses immer wieder das Gebiet durchstreifte, in dem seit 1892 Soldaten verschiedenster Nationen und Mächte den "Ernstfall" proben. Schließlich erreichte Hils sein Ziel: Das Herz der Anlage, genannt Tin City, eine für den Straßenkampf simulierte Stadt aus Kulissen. Langen lobt Hils für seine scharfe Beobachtungsgabe und die "perfekte Komposition" seines Bildessays.
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