Claudia Frank

Melanie Kleins erste Kinderanalysen

Die Entdeckung des Kindes als Objekt sui generis von Heilen und Forschen
Cover: Melanie Kleins erste Kinderanalysen
Frommann-Holzboog Verlag, Stuttgart 1999
ISBN 9783772819964
Broschiert, 652 Seiten, 65,45 EUR

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2000

In einer Doppelrezension bespricht Caroline Neubaur zwei Bücher mit Texten von bzw. über die Psychoanalytikerin Melanie Klein. Dabei geht die Rezensentin zunächst auf die wichtigsten Thesen Kleins ein und erläutert, inwiefern sie sich in ihrem Denken beispielsweise von Sigmund Freud unterschied. (So betrachtete sie, wie der Leser erfährt, das Individuelle nicht als tragisch, wie Freud es tat, sondern eher als "Widerstandskern").
1.) Melanie Klein: "Gesammelte Schriften. Band III: 1946-1963" (Verlag frommann-holzboog)
Neubaur lobt zunächst die "editorisch vorbildliche Form" des Bandes, in dem, wie sie anmerkt, "einige ihrer bedeutendsten Schriften" enthalten sind, die Klein als Theoretikerin zeigen. Dafür zählt sie einige Beispiele auf und hebt vor allem den `Beitrag zur Theorie von Angst und Schuldgefühl` hervor, ein Thema, das für Klein von zentralem Interesse war. Allen Aufsätzen gemeinsam ist, so die Rezensentin, eine für die damalige Zeit verblüffende Modernität.
2.) Claudia Frank: "Melanie Kleins erste Kinderanalysen" (Verlag fromman-holzboog)
Neubaur merkt zunächst an, dass es in den letzten Jahren mehrere interessante Veröffentlichungen - besonders in England - zu Melanie Klein gegeben hat. Das vorliegende Buch ist für sie jedoch die "eindrucksvollste Hommage" unter all diesen Bänden. Die Rezensentin bezeichnet den Band als "Arbeitsbiografie", in dem Kleins Analyse von 22 Berliner Kindern im Vordergrund steht. Neubaur lobt nicht nur die umfassende Auswertung von Quellen und bisher unveröffentlichtem Material. Besonders interessant scheint ihr, dass die Autorin sich ihrerseits auf analytische Weise Melanie Klein und ihren Analysemethoden annähert.

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