Am frühen Morgen, wenn die Hektik der Stadt noch nicht erwacht ist und die Menschen noch ihren Träumen nachhängen, dann zieht der Fotograf Christopher Thomas mit seiner Kamera durch New York. Die Stadt gehört ihm und er entlockt ihr all das Schöne, das der Stille entstammt. Seine Fotografien zeigen das andere New York: Die Metropole als einen Ort, an dem die Plätze und Monumente nur sich selbst gehören. Fifth Avenue, Flatiron Building, Brooklyn Bridge, Central Park es sind nicht die verborgenen Winkel, sondern die großartigen Landmarks der modernen Architektur, die Thomas in atemberaubenden Ansichten, beinahe unwirklich und doch ohne digitale Manipulation einfängt: im Nebel, unter Herbstlaub oder unberührter Schneedecke, fotografiert in Schwarzweiß-Polaroid.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.09.2009
Sehr fasziniert ist David Steinitz von dem Fotoband des Münchner Fotografen Christopher Thomas, der rund 80, nachts oder in den frühen Morgenstunden gemachten Schwarzweiß-Aufnahmen von New York versammelt. Die Stadt die nach einer berühmten Liedzeile angeblich "never sleeps" ist hier ohne hektische Betriebsamkeit festgehalten und lässt die bekannten Orte in nie gesehener Ruhe und melancholischer Verzauberung erscheinen, so der Rezensent in den Bann gezogen. Deshalb findet er den Begriff der "Romantik", den Ulrich Pohlmann in einem der zwei vorangestellten Essays verwendet auch sehr passend, verleihen die schwarzweißen Fotos den berühmten und schon vielfach auf Film und Fotos festgehaltenen New Yorker Lokalitäten eine "Unschuld" und eine "Melancholie", die vielleicht nur durch den fremden, den "europäischen Blick" möglich ist, wie der begeisterte Steinitz vermutet.
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