Niemand bezweifelt, dass Fußball zum Spiegel der Gesellschaft geworden ist. Aber was sehen wir da eigentlich? Ein Geschäft, in dem allein das Geld zählt? Eine professionelle Illusionsmaschine, die verlorene Kinderträume und sentimentale Heimatgefühle nur noch vermarktet? Oder ist Fußball ein letzter Ort für Gemeinsamkeiten und liefert gar ein Gegenmodell zu den Zumutungen des modernen Lebens? Seit mehr als 25 Jahren schreibt Christoph Biermann über Fußball, jetzt hat er dem Zusammenhang von Fußball und Leben vor Ort nachgespürt. Dazu hat er Protagonisten des Fußballs getroffen sowie Lokalpolitiker, Museumsmacher, Schriftsteller, Sozialwissenschaftler, Pfarrer, Journalisten und passionierte Fans.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.10.2014
Den Malocherkicker, hier gibt es ihn noch, im Ruhrpott, freut sich Harry Nutt. Oder ist das nur noch Marketing? Der Fußballjournalist Christoph Biermann gibt ihm Hinweise darauf, wenn er vom Wandel des Sports in der Region erzählt, autobiografisch und mit Hilfe von Zeitzeugen, wie Schorsch Kamerun, wie Nutt erläutert. Die Seele des Spiels findet Nutt beim Lesen dennoch. Irgendwo zwischen dem Mythos und seiner Demontage, die Biermann, so Nutt, ohne steile Thesen, dafür klug und auch ein bisschen wehmütig vornimmt. Herauskommt laut Rezensent eine gut lesbare Sozialgeschichte des Ruhrgebiets.
Michael Pilz wird ganz warm ums Herz bei diesem Buch, bei diesem Thema. Fußball jenseits von ökonomischen Aspekten, dafür interessieren sich Autor und Rezensent gleichermaßen. Wenn Christoph Biermann also seine Liebe zum Ruhrpott und zu einem romantischen Verständnis des Ballsports gesteht, stimmt der Rezensent ein. Ein bisschen nerdig darfs auch sein, meint er, und lauscht gebannt, selbst wenn Biermann an den SV Hönnepel-Niedermörmter erinnert und mit Westfalia Herne leidet.
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