Christliche Demokraten gegen Hitler

Aus Verfolgung und Widerstand zur Union
Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2004
ISBN 9783451208058
Kartoniert, 536 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung herausgegeben von Günter Buchstab, Brigitte Kaff und Hans-Otto Kleinmann. Die Erinnerung an das Attentat des 20. Juli 1944 bietet Anlass, anhand zahlreicher exemplarischer Biografien namhafter CDU-Politiker, die Kontinuität des Gründungsereignisses der "Union" aus dem deutschen Widerstand gegen Hitler bewusst zu machen. Für diesen biografischen Zugang sprechen zwei Gründe: ab dem Ersten Weltkrieg ereigneten sich Brüche und Erschütterungen größten Ausmaßes, die den Einzelnen nie gekannten Alltagsherausforderungen und Entscheidungszwängen aussetzten. Zudem ist - bezogen auf die Widerstandsgeschichte im Besonderen - die Vereinzelung des Individuums im Nationalsozialismus ein weiteres Argument. Die Personengruppe, von der hier die Rede ist, lässt sich weder dem christlichen Widerstand aus dem Umfeld der Kirchen zurechnen, noch kann sie pauschal und in Abgrenzung zum "antifaschistischen" Widerstand der Arbeiterbewegung als "bürgerliche" Opposition begriffen werden. Es spricht vieles dafür, neben die Sozialdemokraten, Kommunisten und andere sich auf das Substrat der aufgelösten Weimarer Parteien stützenden "politisch" handelnden Widerstandsgruppen die "christlichen Demokraten" zu stellen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2004

Durchaus wohlwollend äußert sich Rainer Blasius zu diesem pünktlich zum 60. Jahrestag des Hitler-Attentats erschienenen Band, der den Wurzeln der beiden Unionsparteien im deutschen Widerstand nachspürt. Wie Blasius berichtet, stellen die Autoren des von Günter Buchstab herausgegebenen Bands in sechzig Porträts von Hitler-Gegnern und -Gegnerinnen "christliche Demokraten" vor. Die Porträtierten würden dabei als eine politische Gruppe verstanden, die aus einer kompromisslosen "Dissenshaltung" ehemaliger Mitglieder und Funktionsträger der nichtsozialistischen "Weimarer" Parteien und Gewerkschaften hervorgegangen sei, aber nicht als einheitliche Gruppe oder Bewegung verstanden werden dürfe. Er hebt hervor, dass die Autoren neben den oppositionellen Aktivitäten der "christlichen Demokraten" im "Dritten Reich" stets deren Anteil an der geistigen und politischen Neuorientierung der Bonner Republik kurz beleuchten. Die einzelnen Artikel sind seines Erachtens durchaus von unterschiedlicher Qualität. Ein großes Lob spricht er etwa Christine Blumenberg-Lampes Biographie über Paul Graf Yorck von Wartenburg aus, während er Brigitte Kaffs Lebensskizze über Robert Lehr etwas "blass" findet.
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