Choukitsu Kurumatani

Musashimaru

Cover: Musashimaru
Cass Verlag, Löhne 2016
ISBN 9783944751115
Gebunden, 64 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen und mit einem Nachwort versehen von Katja Cassing. Mit Illustrationen von Inka Grebner. "Am Morgen des 20. November 1999 starb Musashimaru. Wenn ich Musashimaru sage, meine ich nicht den erfolg­reichen Yokozuna Koyo Musashimaru, ich meine unser Haustier, ein Nashornkäfermännchen. Da ich ein Fan des Sumoringers Musashimaru bin, habe ich diesen Käfer, der im Kampfe sein stattliches Horn schwingt, Musashimaru getauft. Meine Frau nannte ihn zunächst 'Musashimaru­-chan', woraus - der Angewohnheit der Japaner, Eigenna­men abzukürzen, geschuldet - bald 'Musashi­-chan' und schließlich 'Musa­-chan' wurde. Ich will kurz beschreiben, wie Musashimaru zu uns kam." Mit "uns" meint der Autor sich selbst, einen soeben mit einem Literaturpreis bedachten und zu Geld und Ruhm gekommenen Schriftsteller, und seine Frau, die Lyrikerin Junko Takahashi. Auf skurril­ charmante - und wohl in vie­lem wahre - Weise erzählt er, wie die beiden von dem vie­len neuen Geld ein verwinkeltes Haus erwerben und dort alsbald einen sehr ungewöhnlichen Mitbewohner bekom­men: einen Nashornkäfer. Der will umhegt und gepflegt sein. Und nur das Beste ist für ihn gut genug. Ausgezeichnet mit dem Kawabata-Yasunari-Literaturpreis.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.03.2017

Die offensichtlichen Anleihen bei Kafka und Buddha in den Texten von Choukitsu Kurumatani stören Steffen Gnam nicht. Im Gegenteil scheint ihm Kurumatanis "lebenskluge Parabel" über das kurze Leben eines Nashornkäfers den Blick zu eröffnen auf die Immobilienblase im Tokio der 90er, auf die Absurditäten des Schuldenkreislaufs und Guerrillataktiken wie Abtauchen und "Hornhakeln". Dass der Autor seinen Text in guter japanischer lyrischer Tradition jahreszeitlich strukturiert, scheint Gnam ebenfalls durchaus reizvoll zu finden.

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