Chiara Valerio

Blinde Flecken

Cover: Blinde Flecken
Kein und Aber Verlag, Zürich 2025
ISBN 9783036950785
Gebunden, 256 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Christiane Burkhardt. Vittorias Tod trifft die ehrgeizige und eigensinnige Anwältin Lea völlig unerwartet. Vittoria soll in ihrer Badewanne ertrunken sein. Doch wie konnte es dazu kommen? Lea glaubt nicht an einen Unfall, und so beginnt sie, Nachforschungen anzustellen. Von dem Tag an, als Vittoria in der italienischen Kleinstadt Scauri auftauchte und gemeinsam mit einer Frau namens Mara ein altes Haus bezog, war Lea von ihrer schillernden Persönlichkeit fasziniert. Nach und nach versucht sie, mehr über ihr Leben herauszufinden, spricht mit dem Apotheker, bei dem Vittoria als versierte Heilpflanzenkennerin arbeitete, mit dem Pfarrer, mit Vittorias Ex-Mann und natürlich mit Mara, der Frau, mit der Vittoria zusammenlebte. Je mehr Lea über Vittorias facettenreiche Vergangenheit in Erfahrung bringt, desto besser lernt sie sich selbst kennen und muss schließlich ihr eigenes geordnetes Leben mit ihrem Mann und den zwei Kindern infrage stellen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 04.09.2025

Lea Russo, die Protagonistin von Chiara Valerios Roman, ist Anwältin, verrät Rezensentin Anne Kohlick, sie glaubt nicht, dass ihre Bekannte Vittoria, die tot in der Badewanne aufgefunden wurde, eines  natürlichen Todes gestorben ist. In Valerios elegantem Stil werden wir  in zahlreiche Rätsel und spannende Fragen hineingezogen: Vittoria ist  eine faszinierende Frau, die aus Rom in die Provinzstadt Scauri gezogen ist, warum? Lea beginnt zu recherchieren und fördert einiges zu gesellschaftlichen Unterschieden und zur mysteriösen Vittoria zutage, was Kohlick gebannt liest. Sie ist schon gespannt auf den Nachfolgeband der in Italien bereits sehr berühmten Autorin, der  hoffentlich auch bald auf Deutsch erscheint.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.07.2025

Rezensentin Carolin Gasteiger empfiehlt Chiara Valerios neuen Roman, den sie im Rahmen eines Gesprächs mit der Autorin bespricht: Er dreht sich um den Fall von Vittoria, die ertrunken sein soll, die Anwältin Lea glaubt das jedoch nicht, und stellt Nachforschungen an über das Leben dieser Außenseiterin, die lange mit einer anderen Frau gemeinsam im Ort Scauri gelebt hat. Im Handeln anderer Menschen, vor allem Leas, bleibt Vittoria in diesem witzig geschriebenen Roman am Leben, so die Kritikerin. Hier liegt für Gasteiger auch der besondere Reiz des Buches: Vittoria ist Hauptfigur und gleichzeitig von vorne herein nicht mehr anwesend, wird aber lebendig durch die Erinnerungen und Gespräche über sie. Das alles fügt sich zu einer Story, die nur auf den ersten Blick ein Krimi, auf den zweiten jedoch eine Liebesgeschichte ist. Ein Buch voller "Suspense", aber auch "Tiefe", freut sich Gasteiner.