Carlo Lucarelli

Der Kampfhund

Roman
Cover: Der Kampfhund
DuMont Verlag, Köln 2002
ISBN 9783832160029
Gebunden, 301 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Peter Klöss. Vittorio ist ein Auftragskiller, den man nur über Internet kontaktieren kann. Grazia ist eine Polizistin aus Bologna, die die Spur eines Auftragskillers verfolgt. Und Alex ist ein Student, der zeitweise für einen Internet-Provider arbeitet. Wie erwartet, kreuzen sich die Wege dieser drei Personen...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.07.2002

Während die Mehrzahl der Krimiautoren zu "stilistischen Konservatismus" neigt, ist Carlo Lucarelli für Rezensent Robert Brack einer der wenigen "kühnen" Erzähler des Genres. Wie Brack ausführt, handelt es sich bei Lucarellis neuen Kriminalroman "Der Kampfhund" daher auch nur vordergründig um einen Thriller über die Jagd nach einem Profikiller der Mafia. Tatsächlich aber sei der Roman eine Collage aus Bildern, Monologen, dialogischen Szenen, Aktionen, Assoziationen, Abschweifungen, die nicht direkt mit dem Kriminalfall verbunden sind. Brack hebt lobend hervor, wie Lucarelli den Handlungsfaden abspult, "nämlich mit Knoten, Schleifen, toten Enden, Verhedderungen und Zerfaserungen versehen". Die diversen Erzählperspektiven, aus denen Lucarelli das Geschehen erzählt, betrachtet Brack nicht als "Spielerei". Sie dokumentieren laut Brack vielmehr "die Relativität von persönlicher Wahrnehmung, die Fragwürdigkeit von Empfindungen, die Banalität von auf Zufällen basierender Sinnstiftung". Auch wenn Lucarelli manchmal über das Ziel hinausschießt, wie Brack zugesteht, besticht der "Der Kampfhund" nach Ansicht Bracks durch seine unkonventionelle Art und seine Experimentierfreude.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.06.2002

"Man wird nicht als Kampfhund geboren, man wird dazu gemacht", meint Jutta Person und spielt damit auf den "Kampfhund" in Carlo Lucarellis neuem gleichnamigen Kriminalroman an. Der nämlich ist kein Hund, klärt die Rezensentin auf, sondern ein Berufskiller, den man unter dem Decknamen "Pitbull" im Internet aufstöbern kann. Person hat die literarische Reise durch virtuelle Welten überaus gut gefallen. Die einzelnen Handlungsstränge wisse Lucarelli zu einer "spannenden Spurensuche" zu verdichten, die von "verschiedenen Parallelwelten und Zeichensystemen" ergänzt würden, die die Rezensentin wiederum "leise" an die Semiotik Umberto Ecos erinnern. Cyberspace und "Chatroom-Slangs" jedenfalls findet Person "genau getroffen". Als Leser könne man sein Lesetempo vor lauter Spannung kaum bremsen. Mehr, denkt Person, muss ein "guter Krimi" nicht leisten.
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