Aus dem Amerikanischen von Christine Frick-Gerke. Als Aaron Dorothy kennenlernt, eine schlagfertige, selbstbewusste Ärztin, ist es für ihn, als ob ein frischer Wind durch sein Leben wehen würde. Die beiden heiraten bald und führen eine glückliche Ehe. Doch Dorothy wird von einem Baum, der auf ihr Haus stürzt, getroffen und stirbt - und Aaron, Mitte dreißig, erstarrt in Trauer. Nur ihre Rückkehr von den Toten - die erstaunlicherweise niemand sonst wahrzunehmen scheint - hilft ihm, über die Runden zu kommen. Während er seiner Arbeit als Lektor von "Handbüchern für Anfänger" nachgeht, beginnt Aaron zu verstehen, dass er selbst ein Anfänger ist: Er muss Schritt für Schritt lernen, Abschied zu nehmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.01.2013
Verlage, die sich von ihren Autoren bezahlen lassen, nennt man "Vanity Press, Eitelkeitsverlag", erklärt Sylvia Staude. In eben so einem Verlag arbeitet der Protagonist von Anne Tylers neu(nzehnt)em Roman "Abschied für Anfänger". Aaron Woolcott hat seine Frau verloren und wird sich erst im Nachhinein darüber bewusst, wie unglücklich seine Ehe eigentlich war, fasst die Rezensentin zusammen. Sein Hadern nimmt bei Tyler Gestalt an: ihm erscheint seine tote Frau, zwar nicht als Geist, aber immerhin als Einbildung. Abgesehen von dieser dennoch etwas gespenstischen Anwandlung handelt das Buch aber vom "ganz normalen, nicht selten öden Leben", ohne Melodrama, mit vorsichtigem Happy End, berichtet die Rezensentin. Als Aaron anfängt weiterzuleben, hört seine Frau damit auf.
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