Nach der Kooperation Francos mit dem Nationalsozialismus musste das bilaterale Verhältnis als belastet gelten. Dennoch wurde auch in Begegnungen der Nachkriegszeit stets die "ewige Freundschaft" beschworen, die beide Länder über Jahrhunderte hinweg verbinde. Die vorliegende Monographie geht, basierend auf breitem Archivmaterial, der Frage nach, ob dieser Topus tatsächlich der Realität nach 1945 entsprach, oder ob bzw. wie die historische Erblast auf die damaligen Beziehungen Einfluss nahm. Um zu einem stichhaltigen Ergebnis zu gelangen, untersucht die Autorin sämtliche Bereiche bilateraler Begegnungen: Sowohl die politischen und wirtschaftlichen, als auch die militärischen und kulturellen Beziehungen werden analysiert. Zugleich wird berücksichtigt, inwiefern sich die Entwicklung der internationalen Politik auf die zwischenstaatlichen Beziehungen auswirkte. Damit entsteht eine quellengesättigte Gesamtschau der deutsch-spanischen Nachkriegsbeziehungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.02.2001
Die umfangreiche Untersuchung von Birgit Aschmann über die deutsche Außenpolitik im faschistischen Spanien liefere viele Belege für eine kontinuierliche Verteidigung und Unterstützung des undemokratischen Franco-Regimes, berichtet der Rezensent Walter Haubrich. Und dank der Nachforschungen der Autorin, führt der Rezensent weiter aus, wisse man nun auch, warum die deutschen Diplomaten dem Regime so wohlgesonnen waren. Das Auswärtige Amt unterhielt beste Kontakte zu in Spanien ansässigen Alt-Nazis wie zum Wahlkonsul in Málaga, Hans ("Juanito") Hoffmann oder zum Kapuzinerpater Konrad Simonsen Mackey. Die deutsche Kolonie in Spanien, weitgehend eine Ansammlung von Anhängern und Freunden des Dritten Reichs, hatte eine Schlüsselposition zwischen den Militärs und anderen reaktionären Kräften und der deutschen Regierung inne. Aschmanns Buch ist eine wahre Fundgrube von Fakten und Zitaten, die dieses dunkle Kapitel in der deutschen Außenpolitik hinreichend beleuchten, resümiert Haubrich.
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