Sie ist alles, was man Frauen nie erlaubt hat zu sein: erfolgreich, sexuell souverän, unabhängig - und völlig ungerührt davon, ob man sie dafür bewundert oder hasst. Eine Performancekünstlerin Ende dreißig, die nicht bereit ist, sich zu entschuldigen oder sich gar zu schämen. Nicht für ihre Karriere, nicht für ihren Körper, nicht für ihre Lust oder ihre Entscheidung, keine Kinder zu gebären. The main character? The opposite of a good girl! Fuckgirl lebt in einer einseitig offenen, scheinbar glücklichen Ehe, in der sie den Ton angibt. Als sie herausfindet, dass einer ihrer One-Night-Stands seine Freundin betrügt, schmiedet sie einen Racheplan. Weibliche Solidarität, da ist sie sich sicher, ist das, was wir brauchen. Fuckgirl ist der Gegenentwurf zur betrogenen Ehefrau, zur ewigen Wartenden, zur Frau, die sich Liebe verdienen muss. Ein radikal feministischer Roman über Selbstermächtigung, Sex und Wut; ein Roman, der Monogamie und Non-Monogamie kritisch betrachtet, über gesunde und toxische Beziehungen reflektiert, Abhängigkeit und Selbstverrat ins Visier nimmt - und der Frage auf den Grund geht: Was kommt nach der sexuellen Selbstbestimmung?
Rezensentin Julian Theilen kann wenig anfangen mit Bianca Jankovskas Debütroman, den sie aus zeitdiagnostischen Gründen gleichwohl mit Faszination liest. Die Geschichte dreht sich um eine Ich-Erzählerin, die als Fuckgirl das selbstbewusste Gegenstück zu den Fuckboys ist, die mit vielen Frauen schlafen und sie ausnutzen. Das Fuckgirl dreht den Spieß um, sie lebt zwar in einer Beziehung mit einem Mann, hat jedoch mit vielen anderen Sex und erzählt ihrem Freund hinterher davon. Die sexuellen Passagen sind gut geschrieben, findet Theilen, mit dem kaltherzigen Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen, der in diesem Buch, angeblich als Reaktion auf eine sexistische Welt, zelebriert wird, kann sie wenig anfangen. Dennoch lohnt es sich, dieses Buch zu lesen, heißt es am Ende, wenn man wissen will, wie junge Frauen derzeit über Heterosexualität denken.
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