Ende April 1972 versuchten CDU und CSU, Bundeskanzler Willy Brandt durch ein konstruktives Misstrauensvotum zu stürzen und damit die Ratifizierung der Ostverträge zu verhindern. Dagegen streikten und demonstrierten 400.000 Menschen. Die Aktionen entstanden von unten, waren weder vom DGB noch von der SPD organisiert. Die größten Proteste ereigneten sich im Ruhrgebiet, aber sie erfassten die ganze Bundesrepublik, von Flensburg bis München - insbesondere die Industriearbeiter. Während der Abstimmung stand die Republik still. Brandts Sieg bei dem Votum im Bonner Bundestag am 27. April wurde spontan gefeiert. Das Buch rekonstruiert erstmals die heute vergessenen Streiks und Demonstrationen, die eine der größten Protestwellen in der Geschichte der Bundesrepublik waren, und analysiert die Formen und Inhalte der Aktionen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.04.2022
Der Zeithistoriker Werner Bührer empfiehlt das Buch des Historikers und Geschäftsführers der Willy-Brandt-Stiftung, Bernd Rother. Über die Ereignisse rund um den 27. April 1972 informiert ihn der Autor umfassend und aufgrund gründlicher Recherchen, betont Bührer. Besonders die Proteste gegen Rainer Barzel als Brandt-Nachfolger nimmt der Autor unter die Lupe, kann aber keine Hinweise auf eine Steuerung durch die SPD entdecken, meint Bührer. Den Stellenwert der Ereignisse als "größte Protestbewegung" seit 1958 kann Rother dem Leser allerdings eindrücklich in Erinnerung rufen, hält der Rezensent lobend fest.
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