Gut ein Drittel unseres Lebens verbringen wir liegend: wir schlafen und träumen, lieben, denken, dämmern, leiden und erholen uns. Dennoch hat das Liegen im Allgemeinen keinen guten Ruf und wird mit Stillstand, Passivität und Faulheit gleichgesetzt. Dabei ist die Horizontale von unschätzbarem Wert, bietet sie doch Momente der Kontemplation, die oft die besten Ideen mit sich bringen. Hätte Michelangelo sich nicht dem Liegen hingegeben, er wäre wohl nie auf die Idee gekommen, die Decke der Sixtinischen Kapelle zu einem der größten Kunstwerke der Menschheit zu machen. Bernd Brunner nähert sich der Horizontalen auf ganz unterschiedliche Weisen, verliert dabei aber nie den Blick für das Kuriose und Skurrile: ob das Liegen in der Steinzeit, die Entwicklungsgeschichte der Matratze oder die neuesten Erkenntnisse der Schlafforschung - Die Kunst des Liegens entspannt spannend.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2012
Angetan zeigt sich Katharina Teutsch von Bernd Brunners kulturgeschichtlicher Arbeit über das Liegen. Dabei nimmt der Autor für sie nicht nur die für die horizontale Lebensform wesentlichen Tatsachen des Lebens wie Zeugung, Geburt, Sterben und Tod in den Blick, sondern befasst sich auch mit der Kunst des Liegens, dem Dichten und Schreiben im Liegen, mit Schlafzimmern und Liegegewohnheiten. Eine Anthropologie des Liegens ist das Buch nach Teutsch gleichwohl nicht. Sie beschreibt es eher als eine vergnügliche Anekdotensammlung mit hohem Unterhaltungswert, nicht zuletzt wegen der zahlreichen historischen Illustrationen. Ein etwas höherer wissenschaftlicher Anspruch hätte dem Werk ihres Erachtens gleichwohl nicht geschadet.
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