Beatrice Salvioni
Malnata
Roman

Penguin Verlag, München 2024
ISBN 9783328602712
Gebunden, 272 Seiten, 24,00 EUR
ISBN 9783328602712
Gebunden, 272 Seiten, 24,00 EUR
Klappentext
Aus dem Italienischen von Anja Nattefort. Eine junge Frau mit einem unbeugsamen Willen. Und eine Gesellschaft, die versucht, sie zu brechen. Unter der sengenden Sonne der Lombardei im Jahr 1935 begegnet Francesca zum ersten Mal Maddalena, die von allen im Ort nur "Malnata" genannt wird: "Die Unheilbringende". Francesca - zu Konformität und Gehorsam erzogen - ist sofort fasziniert von dem barfüßigen Mädchen, dessen Hände immer schmutzig sind, die Augen voller Trotz. Entgegen allen Warnungen freundet sich Francesca mit Maddalena an und lernt mit der Zeit, den Lügen der Erwachsenen zu misstrauen. Doch in einer Gesellschaft, die keinen Platz hat für weibliches Freiheitsdenken, ist jedes falsche Wort und jede unfolgsame Tat eine Gefahr.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 11.06.2024
Als "Trivialroman" beschreibt Rezensent Christoph Schröder Beatrice Salvionis nun auf deutsch vorliegenden Erfolgsroman. Die Handlung setzt 1935 ein, in der Zeit des italienischen Faschismus, im Zentrum stehen die beiden sehr unterschiedlichen Mädchen Francesca und Maddalena. Francesca wächst, erläutert Schröder, in einer statusbewussten Familie auf, Maddalena, genannt auch Malnata, wird sozial ausgegrenzt, gar für eine Hexe gehalten. Im Stil eines Trivialromans ist hier alles moralisch klar in Gut und Böse aufgeteilt, so Schröder, wobei Ersteres arm und weiblich bedeutet, Zweiteres hingegen reich und männlich. Nicht dass das immer ganz falsch ist, stellt Schröder klar, auch dass der Faschismus negativ dargestellt wird, hat selbstverständlich gute Gründe, aber die Art, wie hier Ambivalenzen plattgewalzt werden, ist schlicht lächerlich. Besonders schlimm findet Schröder eine alle feministischen Ambitionen konterkarierende Missbrauchsszene in einer Kirche. Das Ziel war wohl, vermutet Schröder, an den Hype um Elena Ferrante anzuschließen, aber deren literarische Qualität hat Salvionis Buch definitiv nicht.
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