Barbi Markovic

Minihorror

Cover: Minihorror
Residenz Verlag, Salzburg 2023
ISBN 9783701717750
Gebunden, 192 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

In "Minihorror" erzählt Barbi Marković die Geschichten von Mini und Miki und ihren Abenteuern im städtischen Alltag. Mini und Miki sind nicht von hier, aber sie bemühen sich, dazuzugehören und alles richtig zu machen. Trotzdem - oder gerade deswegen - werden sie verfolgt von Gefahren und Monstern, von Katastrophen und Schwierigkeiten. Es geht um die großen und kleinen Albträume des Mittelstands, um den Horror des perfekten Familienfrühstücks, um Mobbing am Arbeitsplatz und gescheiterten Urlaub, um den Abgrund, der sich im Alltag öffnet und nicht mehr schließen will.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.01.2024

Fritz Göttler kommt ganz gut klar mit dem Minihorror von Barbi Markovic. Dass hinter den beiden Protagonisten Miki und Mini im Buch Disney-Figuren stecken könnten, ahnt Göttler kurz, aber dann geht es schon weiter in diesem Horror-Kosmos zwischen Wien und Belgrad, in dem alles nach dem surrealistischen Prinzip der Deformation und des Schocks funktioniert. Und Göttler muss abgetrennte Giedmaßen, wilde Männer und absurde Klongesichter verdauen. All das fasst Markovic in traumwandlerische Sätze, die aber nichts auserzählen, und dem Rezensenten wird mal bange, mal fürchterlich komisch zumute.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.11.2023

Mit viel Freude liest sich Rezensentin Judith von Sternburg durch Barbi Markovics Buch über Miki und Mini. Es besteht, lernen wir, aus einer Reihe von Episoden, die sich ein bisschen wie Comics lesen, bei denen die Bilder fehlen. Es werden durchaus unterschiedliche Stimmungen, sowie auch Genres bis hin zu Horror und Fantasy aufgerufen, erläutert von Sternburg, aber dominierend ist ein knalliger Humor. Sehr gegenwärtig ist, wovon Markovic hier erzählt, findet die Rezensentin, es geht um Achtsamkeit und um das Problem, wie man sich in einer unübersichtlichen Welt orientieren und ein halbwegs anständiges Leben führen kann. Mini kommt mit all dem meist etwas besser zurecht als Miki, führt von Sternburg aus, letzterer versumpft schon mal in Youtube-Verschwörungsvideos. Den Fallen der Selbstironie entkommt dieses Buch durch den immer wieder aufscheinenden Willen zum Ernsten, schließt die Rezension.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 18.11.2023

Durchgeknallte Geschichten, die viel Lesespaß bereiten, liefert Barbi Markovićs Buch, so Rezensentin Insa Wilke, die sich vorstellen kann, dass die serbische Autorin beim Verfassen dieser Absurditäten Kaugummi kaut. Mini und Miki stehen im Zentrum der Geschichten, so die Rezensentin, es geht um Leichen im familiären Keller, ums lebendig-begraben-Werden und um diverse abstruse Einfälle. Comicartig überzeichnet ist das laut Wilke, und doch im ganz normalen Alltag geerdet.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.10.2023

Restlos begeistert ist Rezensent Clemens J. Setz von Barbi Markovićs neuem Buch, das episodisch unheimliche Erlebnisse eines Wiener Pärchens erzählt: Miki und Mini geraten immer wieder in abstruse Szenarien, die an Horrorfilme erinnern, oder auch an Bücher von Autorinnen wie Karen Russell. Ausführlicher geht Setz auf eine Episode ein, in der der Krampus, in Österreich Teil der ländlichen Folklore, eine Rolle spielt und in der Gewaltausübung und Weinerlichkeit erstaunlich eng beieinander liegen. Das Besondere an den Büchern seiner Kollegin, so der selbst als Schriftsteller bekannte Setz, ist die comichafte Verformung bekannter Erzählmuster. Jeder einzelne Satz kann da die unglaublichsten Wendungen nehmen, jubelt der Rezensent.