Canan und Sinem sind zwei junge Türkinnen. Canan trägt aus Überzeugung ein Kopftuch, Sinem nimmt ihr das nicht ab. Doch dann ist Canan eines Tages verschwunden. Hat sie sich radikalen Kreisen angeschlossen? Weiß sie, worauf sie sich da einlässt? Trotz aller unterschiedlichen Ansichten macht Sinem sich auf die Suche nach ihr.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.06.2007
Die Rezensentin Karen Krüger kommt zu einem gemischten Fazit über diesen Jugendroman von Aygen-Sibel Celik, bei dem aber das Positive überwiegt. Sie findet die Idee grundsätzlich gut, dass sie den Konflikt um das Kopftuch von zwei jungen Türkinnen austragen lässt - schon allein, weil das belegt, dass die hier lebende muslimische Bevölkerung keineswegs so homogen ist, wie sie oft wahrgenommen wird. Allerdings bemängelt die Rezensentin, dass trotzdem nicht alle relevanten Positionen zum Thema Kopftuch Raum bekommen, was ihrer Meinung nach angesichts der Brisanz des Themas angemessen wäre. So ignoriert die Autorin etwa, dass es "verschleierte Frauen gibt, für die das Kopftuch ein politisches Ausdrucksmittel ist". Trotzdem lobt Krüger "Seidenhaar", denn das Buch vermittele viel über die Glaubensgrundsätze des Islam. Es "bricht mit alten Klischees und plädiert für mehr Toleranz".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.03.2007
Nina und Ralf Husemann haben Aygen-Sibel Celiks Jugendroman "Seidenhaar" beide gern gelesen, wie sie in ihren Kritiken betonen. Es geht um zwei türkische Freundinnen, die sich zerstreiten, als eine von ihnen sich entschließt, ein Kopftuch zu tragen. Die 14-jährige Rezensentin Nina Husemann ist erleichtert, dass die Autorin nicht mit erhobenem Zeigefinger doziert, sondern man stattdessen viel Interessantes über den Islam erfahren kann. Allerdings findet sie, dass der Roman mitunter etwas langatmig ist, wohingegen der glückliche Schluss ihr dann ein wenig überstürzt erscheint. Ralf Husemann bemerkt mit Befriedigung, dass Celik mit Klischees und Vorurteilen aufräumt und ihr eine sehr einfühlsame und vielschichtige Darstellung gelungen ist, die zudem in einem angenehm lockeren Ton daher kommt, wie er lobt.
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