Aufbruch zu neuen Welten

Theatralität an der Jahrtausendwende
IKO Verlag für Interkulturelle Kommunikation, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783889395429
Broschiert, 362 Seiten, 25,46 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Michael Hüttler, Susanne Schwinghammer und Monika Wagner. Die vorliegende Publikation ist der erste Band der Reihe "Schriften der Gesellschaft für TheaterEthnologie" und stellt eine Einführung in das weite Feld der Theaterethnologie dar, die sich im Rahmen der Theaterwissenschaft und der Ethnologie bewegt, und will einen Beitrag zur Diskussion um die Auseinandersetzung mit theatralen Ausdrucksformen leisten. In allen Beiträgen steht die Beschäftigung mit nicht-westlichen theatralen Phänomenen - von traditionellen Riten bis hin zu zeitgenössischem Theater - im Vordergrund des Interesses, wobei die Ansätze, Positionen und Herangehensweisen der einzelnen Theaterwissenschaftler, Ethnologen und Theaterpraktiker jedoch recht unterschiedlich sind.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.02.2001

Der Titel des Buchs, "frech gewählt", verspricht mehr, als der Inhalt zu bieten hat, meint Stefan Fischer. Der Rezensent hat eine Bestandsaufnahme über das, was große Theatermacher des letzten Jahrhunderts geleistet haben und welche Innovationen junge Regisseure darbieten, erwartet. Der ambitionierte Ansatz der Herausgeber, die klassische Theaterwissenschaft zu verlassen und stattdessen eine Theater-Ethnologie zu etablieren, ist hier in einigen Aufsätzen leider polemisch ausgefallen, urteilt Fischer. Besonders die im ersten Hauptteil des Bandes postulierte Unterscheidung zwischen einem ausgebrannten, aber tonangebenden westlichen Theater und einem innovativen, aber ignorierten übrigen Welttheater ärgert den Rezensenten. Einem westlichen Theaterkolonialismus will Fischer nicht zustimmen. Auch die "esoterischen" und "wenig konkreten" Ausführungen über Jerzy Grotowski missfallen dem Rezensenten. Einzig den vierten Teil über das afrikanische, arabische und türkische Theater findet Fischer informativ und gelungen. Bezeichnenderweise sei gerade der von nicht-westlichen Autoren verfasst worden.
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